durchgang,
der
;–/-Ø, -e
+ Uml.1.
›Durchzug, Durchreise durch ein Gebiet, Gelände‹; rechtssprachlich metonymisch auch: ›Einfuhrzoll, Wegezoll‹; in Texten religiösen Inhalts meist ütr.: ›vorübergehender Zustand, Übergang; Zwischenstation‹; vgl.
durchgehen
1.Bedeutungsverwandte:
durchzug
übergang
ungeld
zol
1
pas
Belegblock:
Luther, WA
12, 322, 3
(1523
): es ist hie nur eyn durchgang, da wir [...] weytter reysen muͤssen.
Strauch, Schürebrand
6, 10
(els.
, E. 14. Jh.
): [süllent ir] vil frühte sameln in dem durchgange diser zergenglichen kurtzen zit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 385, 1
Var. (Straßb.
1466
): er [kunig moab] selb verschmecht im zegeben den vbergang
[Var. 1475
den durchgang2
– 1518: ;
durchzugEck
1537: ; Ri. 11, 17].
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
220, 32
(halem.
, 1449
): in welher masse die inwoner [...] ouch zoͤll, ungelt, durchgang und semlich nútze inen git in ir stetten uff ze nemen.
Vetter, Pred. Taulers
202, 15
.2.
›Gang, Tunnel‹; auch: ›Ausweg, Fluchtweg‹; vgl.
durchgehen
4.Bedeutungsverwandte:
ausflucht
ausschlauf
Belegblock:
Maaler
94r
(Zürich
1561
): Durchgang vnder der erden (der) Cuniculus.
Auer, Stadtr. München Anh.
2, 16, 3
(moobd.
, 1343
): sollen durchgäng sein und soll ain durchgang haben ain drittl, [...], und man soll in den durchgängen nicht fail haben.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2752, 9
(moobd.
, 1415
): hinder demselben seinem haus mitsambt den durichgengen, die dadurich gent.
Schweiz. Id.
9, 123
.3.
›Stuhlgang‹; auch: ›Durchfall, Diarrhö‹; vgl.
durchgehen
4.Bedeutungsverwandte:
vgl. durchlaufen
scheissen
scheissung
Wortbildungen
durchgängig
durchbrüchig
durchscheissig
durchgängigkeit
nachlassung
Belegblock:
J. W. von Cube. Hortus
134, 11
(Mainz
1485
): darvß gemacht eyn salbe vn̄ die lenden do mit gesmieret benympt dissinteriā das ist der durch gang. deß gebluͦdes.
Rot
324
(Augsb.
1571
): Laxation [...] nachlassung. Jtem durchgengigkeyt.
Schmitt, Ordo rerum
360, 17
; Strauss, A. v. Villanova dt.
126, 22
Var.; 170
.