dinkel,
der
;-s/-n
.– Zur Lautung von 'Korn / Dinkel' in den rezenten deutschen Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
.Korn
1.
›Dinkel (als Pflanze), Getreideart; Spelz‹, eine Weizenart; auch im Orientierungsfeld mit anderen Getreide- sowie Anbauarten, z. B. erbse
3, gerste
1, 1
haber
1, lein
(der
) 1, linse
1, 1
rocke
, weisse
(so auch unter 2).Zur Sache:
Marzell
.4, 815
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1
amel
getreide
spelt
spelz
vesen
Syntagmen:
d. schneiden / verseren, das feld d. tragen
; etw
. (Subj.) d. heissen
; etw. dem dinkel gleich sein
; jn
. (z. B. die schnitter
) zu den dinkeln fordern / lonen
.Wortbildungen:
dinkelgarbe
Belegblock:
Brinkmann, Bad. Weist.
127, 27
(rhfrk.
, 1618
): in der ernt aber, wann sie dünkel schneiden, milch dazu.
Voc. inc. teut.
e iv
(Speyer
um 1483
/4
): Dinckel spelta.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
114, 27
(nobd.
, 1. H. 15. Jh.
): Und ist recht, das man dinckel, weiß, erbes, gersten [...] schneyden mag an lawbe, wo man will.
Sachs
23, 357, 12
(Nürnb.
1567
): Preunlicht so war das angsicht sein, | Dem dinckel gleich.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 249, 23
Var. (Straßb.
1466
): Wann der waitze vnd die faist
[Var. 1. H. 15. Jh.:
der tinkel]
die sint nit versert. Grimm, Weisth.
1, 35, 7
(halem.
, 1347
): vordert der meyger die schniter nit ze den dincklen, so sind die schniter ze dem haber ledig.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 128, 17
(schwäb.
, 1536
/62
): gibt ain jeder baur allwegen von einer kue, einem schaf und einer sau ihr jeglichen ein dünckelgarb.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
402, 32
(oobd.
, 1349
/50
): Frumentum haizt korn und ist mangerlai. ainz haizt rokkenkorn, daz ander waizenkorn, daz dritt haizet tinkl.
Turmair
4, 690, 21
(moobd.
, 1522
/33
): fruchtbar eben veld, so auch dinkel tregt.
Schmitt, Ordo rerum
385, 7
; Brinkmann, a. a. O.
329, 17
; Grimm, a. a. O.
10
; Pausch, Ital.-Dt. Sprachb.
155, 4
.2.
›Dinkel‹; insbesondere ›Dinkelfrucht, Dinkelkorn‹; im Orientierungsfeld mit anderen Getreide- sowie Anbauarten, z. B. erbse
, gerste
1, 1
haber
1, lein
(der
) 1, linse
1, 1
rocke
, weisse
.Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch Texte der Sinnwelt ,Religion/Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
getreide
korn
spelt
kerne
Syntagmen:
d. abmessen / geben / kaufen / verkaufen, auf etw. legen
; d
. (Subj.) unter spreu liegen
; x imi / malter / müt / viertel dinkel(s/n)
; schlagschaz / zehent von d
.Wortbildungen:
dinkelernte
dinkelgeld
dinkelen
dinkelkorn
dinkelmel
dinkeln
gedinkelt
Belegblock:
Kochendörffer, Tilo v. Kulm
6090
(preuß.
, 1331
): Des selben fures gleste | Irluchtit alle winkel, | Wo weise oder tinkel | Liet under spru behalden | [...] | Daz wirt allis offenbar.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 18, 1
(Hs. ˹md.
auf nd. Grundlage, v. M. 14. Jh.
˺): Geweizet und gedinkelt | dünkt ieslich brust ir sinnes want: | der toren golt mac immer | der wisen kupfer sin genant.
Küther, UB Frauensee
300, 14
(thür.
, 1502
): 3 lymes dingellkorn.
Mylius
E 4r
(Görlitz
1577
): Pelta Dinckel / Spelten.
Mon. Boica, NF.
1, 120, 3
(nobd.
, 2. H. 14. Jh.
): Er git auch vom zehent ein malter dinkels, ein malter korns, zwei malter habern.
Stamm, Schwarzw. Pred.
3, 94
(wobd.
, 14. Jh.
): also tuͦnt och suͥmeliche luͥte. die gessent dc dinchelin
[Brot]
. vnd gebent dc ruggin. alder dc heberin. Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 552, 10
(alem.
, 1361
): 1 hof [...] gilt 2 malter dinkeln und 2 malter habern.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 13, 27
(halem.
, 1371
): 6 malter 5 viertel dinkels.
Welti, Stadtr. Bern
578, 25
(halem.
, 1438
): IIII viertel dingkel, V ₰ von der vogty ze Gruͤnenberg.
Rennefahrt, Gebiet Bern
812, 12
(halem.
, 1458
): 3 muͥtt habergeltz fuͥr 2 muͥtt dinckelgeltz.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 23, 5
(schwäb.
, 1537
): In der dinckelernd geyt man ainem mann [...] zwelf pfenning.
Deinhardt, Ross Artzney
156
(oobd.
, 1598
): lege darauf [gespaltnen fueß der pferdt] ainen zelten von tinckhel mel mit ainem weissen aines ayes.
Haage, Hesel. Arzneib.
20r, 17
(Hs. ˹noobd.
/md.
, E. 15. Jh.
˺): Wer do hat dy darem gicht [...], der sol nemen schoͤffen hiren und belischen kumel und loͤröl und dinckelein meͤl.
Winter, Nöst. Weist.
1, 550, 35
(moobd.
, 1560
): So man hie auf dem markt kauft oder verkauft [...] waiz korn gersten tinkl habern, das soll alls abgemessen sein mit des markts metzen.
Beyer, UB Erfurt
2, 337, 7
; Ermisch u. a., Haush. Vorw.
84, 13
; Kläui, a. a. O.
2, 17, 30
; Rennefahrt, Recht Laupen
52, 33
; Welti, a. a. O.
485, 1
; Deinhardt, a. a. O.
148
; Nyberg, Birgittenkl.
1, 43, 41
; Voc. rerum
68r
; Dasypodius
307v
; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 78
.‒
Vgl. ferner s. v. arbeis
, jägerlege
.