darab,
selten
drab,
Adv.
1.
Lokaladv. zum Ausdruck der Bewegungsrichtung einer Person / eines Gegenstandes von einer (oft höher) gelegenen Bezugsgröße weg: ›von diesem Ort weg, herab‹; auch ütr.: ›von dieser Sache weg‹.Syntagmen:
d. fallen / faren / gehen / kommen / ziehen, sich d. keren, das vieh d. treiben
.Belegblock:
Fischer, Brun v. Schoneb.
10005
(md.
, Hs. um 1400
): herre neige den himmel nider | und kom zu uns dar abe sider.
Vetter, Pred. Taulers
400, 32
(els.
, E. 14. Jh.
): Man sol ouch fliehen alle manigvaltekeit, ouch guͦte ersame gesellschaft, [...]. Und kanst du nút darabe gegan, so ker dich mit aller kraft darabe.
Weber, Füetrer. Poyt.
261, 1
(moobd.
, 1478
/84
): Alls er [Poytislier] den perg dar abe | zw ennde nw was kummen.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
79, 18
(smoobd.
, 1654
/68
): Wo ain pfleger [...] umbhin reit und siecht das vieh zu schaden geen, so mag ers von nachbahrschaft wegen darab treiben.
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 22, 3
; Siegel u. a., a. a. O.
25, 31
; Reithmeier, B. v. Chiemsee
31, 1
.2.
partitiv; mit Bezug auf eine Größe, die reduziert wird oder von der etwas abgetrennt wird: ›von diesem Gegenstand, dieser Sache, dieser Materie weg, ab‹.Syntagmen:
d. kommen / trinken, etw. d. brechen / geben / giessen / tun
.Belegblock:
Menge, Laufenb. Reg.
4666
(Hs. ˹nalem.
, um 1470
˺): Gleyen wurtzen machtu nen | Vnd darabe dem kinde gen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
446, 19
(oobd.
, 1349
/50
): Exacolitus ist ain stain manigverbich. wer den in ainen wein legt und dar ab trinkt, daz hilft in für die darmgiht.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1063
(oobd.
, 1607
/11
): Ein [...] bauchet krüglin [...] mit silber vergult beschlagen, darab die handheb brochen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
6888
; Vock, Urk. Hochst. Augsb.
268, 7
; Rauwolf. Raiß
39, 4
.3.
mit Bezug auf eine Größe, die starke Affekte auslöst oder auf die sich kommunikative Handlungen richten: ›über diese Sache, Angelegenheit, Handlung; davon, daran‹; häufig relativer Gebrauch.Syntagmen:
d. erschrecken / erzürnen / halten / vermerken / wunder nemen, sich d. ärgern / verwundern, d. freude / gefallen / misfallen / wolgefallen haben
.Belegblock:
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
196, 5
(Frankf.
1535
): So den [Topasius] iemand in der rechten handt haltet gegen der sonnen / so gibt er stroͤm von jm vnd feur das man sich drab verwundert.
v. Keller, Amadis
376, 2
(Frankf.
1571
): Auff diesen vertrost vnnd hoffnung gienge der König Arban zu der Königin mit gantz geschwollnem vnnd auffgelauffnem Angesicht [...], Darab erschracken das Frauwenzimmer.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
1236
(Zürich
1560
): Ein falscher schyn wies offt mag bschaͤhen | so wurd das volck alls sur drab saͤhen
[›sauer darauf reagieren‹].
Chron. Augsb.
1, 288, 21
(schwäb.
, E. 15. Jh.
): auff ain zeitt hett er [bapst Silvester] meß zuͦ Rom in ainer kirchen [...]. da komen die tuiffel. darab erschrak er.
Ebd.
5, 221, 5
(1523
/7
): also schickt der pundt zuͦ in [den pauren] und lies sie fragen, was ir fürnemen wer. da sagten sie von vil artickel, darab sie gros beschwert weren.
Ebd.
7, 47, 10
(zu 1548
): daß sie, die predicanten, irer schmachreden an iren predigten nit abstuenden und dem Interim zuͤwider predigten, darab die kay. mt. schwer misfallen hette.
Ebd.
7, 196, 17
(zu 1550
): Dise zeitung ist dem kaiser Carl auf dem reichstag anzaigt worden, darab Ir mt. vast erzürnt worden.
Turmair
4, 508, 18
(moobd.
, 1522
/33
): Und da Marius sach, das sich die Teutschen tailt hetten, an dreien orten über das hoch pirg kämen, das sich jederman drab verwundret.
Lauchert, Merswin
30, 34
; Vetter, Pred. Taulers
179, 14
; Chron. Augsb.
4, 438, 6
; 5, 111, 7
; 7, 496, 2
; Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
68, 2
; Turmair
4, 396, 25
; Schöpper
57b
; Henisch
649
.4.
Kausaladv.: ›wegen dieser Sache, Angelegenheit, Handlung; deswegen, dadurch‹; selten relativer Gebrauch.Bedeutungsverwandte:
vgl. darum
Belegblock:
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
167, 27
(Hs. ˹pfälz.
, M. 16. Jh.
˺): Wenig dankh noch lohn | darvon | ich bring, | [...] | was freuwd sollt ich nu haben darab?
Kurz, Murner. Luth. Narr
916
(Straßb.
1522
): Das fasten ich wil dilcken ab, | Mein guͦter gromen starb darab.
Wickram
4, 24, 8
(Straßb.
1556
): sollen wir billich einen trost fassen / wann uns Got hie in disem zeitlichen jamerthal angreiffet / unsere kinder zuͦ seinen Goͤtlichen genaden beruͦffet / das wir nit zuͦ lang und vil trawren sollen / und uns zuͦ sehr darab krencken.
Sappler, H. Kaufringer
12, 257
(schwäb.
, Hs. 1464
): das tranck im in den hals schos | zevil, das er sich darab rampf.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
200, 5
(moobd.
, 1478
/81
): das niemant kainerlaj geschray, gelächter oder jubel machte, darab die herren betrüebt möchten werden.
Turmair
4, 327, 17
(moobd.
, 1522
/33
): si [...] verstên aneinander selbs nit, werden unains drab.
Sappler, a. a. O.
13, 186
; Chron. Augsb.
4, 438, 17
; 7, 305, 17
; Klein, Oswald
11, 29
; 63, 44
; Roth, E. v. Wildenberg
15, 34
; Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
172
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