bros(a)me,
die
;–/-n
,bros(a)men,
der
;brosamlein
.›kleines Bröckchen, Brotkrume, -krümel‹; dann auch ›der weiche, innere Teil des Brotes‹; auch ütr.
Syntagmen:
die b., die vom tisch des herren fallen
.Belegblock:
Volkmar
25
(Danzig
1596
): Analecta, brosamen / so nach der malzeit in dem tischtuch / vnd auff den tellern vberbleibt.
Follan, Ortolf. Arzneib.
100, 24
(rib.
, 1398
): nym eyne brosmen warmez brodez alz grot alz eyn halp fust.
Kurz, Waldis. Esopus
2, 30, 156
(Frankf.
1557
): Die brossem er jm wegern thet | So von dem Tisch gefallen wern.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
264, 21
(wmd.
, 1634
): Wan schon in zarte Brösamlein | Der BrotSchein wird zergrümlet.
Schönbach, Adt. Pred.
33, 10
(osächs.
, 1. H. 14. Jh.
): swanne er az und gerte der brosmen die von sinem tische vielen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
15, 27
(osächs.
, 1343
): wan di welferchen ezzin von den brosmen di da vallen von irer herren tische.
Hajek, Gůte spise
26
(rhfrk.
/nobd.
, um 1350
): nim dor zvͦ eine brosmen schoͤnes brotes.
Gille u. a., M. Beheim
430, 20
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): derselbig mensch begert zu werden sat | nur von den prosamen, die da | von des reichen tisch risen.
Sachs
22, 62, 5
(Nürnb.
o. J.): der reich man [...] ließ den armen Lazarum manglen der prösemlein.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 645, 9
(Nürnb.
1631
): Ich begehr nicht Wiltpret, Fleisch, noch Visch, | Ich bitt vmb die Brosam vntr deim Tisch.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 148, 12
(Straßb.
1466
): Wann auch die welfel die essent vnter dem tisch von den brosmen der kinder.
Wickram
4, 45, 7
(Straßb.
1556
): darumb / das der volwanst dem gůten Lasaro die broͤsamlin von seinem tisch abgefallen / versagt hat.
Morrall, Mandev. Reiseb.
126, 25
(schwäb.
, E. 14. Jh.
): so niement sie das sie uff gehept hond von dem tische, brossamen und rinden.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
206r, 23
(Hs. ˹nalem.
, um 1400
˺): Dem der hals we tůt, der stosse / ladken bletter mit wisses brotes brosman / vnd tuͤge das in ain wisses linin tůch.
Menge, Laufenb. Reg.
4685
(Hs. ˹nalem.
, um 1470
˺): Brosem brotes genetzet wol | Denn man In ouch geben sol.
Ebd.
5715
: Aber doch sin spyse sy | [...] Brosemen vß wasser kalte.
Rieder, St. Georg. Pred.
89, 13
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): die brosmen gůter gedaͤnke machent die grossen suͤsskait.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
63, 3
(München
1528
): Dann dieweil nach der wandlung ain prosem des prots gestalt oder ain tropf des weins gestallt bleibt.
Deinhardt, Ross Artzney
317
(oobd.
, 1598
): Wilt du die thüln auß dem hueff vertreiben, so nimb ain brosen brot vnd gemischt mit salz vnnd über nacht über gebunden.
Bremer, Voc. opt.
1, 226
; Schmitt, Ordo rerum
178, 29
f.; 191, 8
; Voc. rerum
73r
; Schöpper
48b
; Serranus
43v
; Maaler
79r
; Mylius
C 6r
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
95
; Schmid, Pilgerreisen.
1957, 407
; Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 18
; Lehmann, Rezeptb.
163
; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 68
; Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 27
; Dietz, Wb. Luther
1, 348
; Preuss. Wb. (Z)
1, 809
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
55
; Schwäb. Wb.
1, 1436
; Schweiz. Id.
5, 802
; Öst. Wb.
3, 1049
f.