blik,
der
;blickes/blicke
; zu
mhd.
blic
›Glanz, Blitz, Blick der Augen‹
(Lexer
), dies letztlich verwandt mit 1, 305
bleich
, ursprünglich ›glänzend, hell‹
(Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
f.).1993, 148
– Zur Lautung von 'Blick' in den rezenten dt. Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
.Blick
1.
›Glanz, schnell schießender Lichtstrahl, Funken, Blitz‹; zu
blicken
1.Syntagmen
der sonne / wange, des feuers / schwertes b
.; Doppelformel: donner und b
.Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
7886
(nrddt.
, 14. Jh.
): Die sunne die schuzet dicke | Durch regine wolken blicke, | Da sich der boge nach stellet, | So der regen nider gevellet.
Ebd.
13198
: Ob sie an Jhesum wolden jen, | Sie musten hir ertbibe sen | Mit stimmen horen dicke, | Dar zu sen vures blicke, | Von himle donren horen.
Wyss, Limb. Chron.
46, 22
(mfrk.
, zu 1357
): da geschan gar große gruweliche donerslege unde wonderliche große blicke.
Ebd.
92, 23
(mfrk.
, zu 1397
): zu vesperzit irhup sich ein groß stormwint unde darzu große regen, groß doner unde blicke.
Froning, Alsf. Passionssp.
5971
(ohess.
, 1501ff.
): den galgen des cruczes hie selber trugk | uff sym ruck, das hie sich bucht! | das crucz was groiß und sreclich | alßo der tonner und der pligk.
Quint, Eckharts Pred.
2, 603, 6
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): Den andern erschînet wênic liehtes als ein blik von einem swerte, der ez würket.
Strauch, Par. anime int.
116, 18
(thür.
, 14. Jh.
): daz erste licht was di sonne, di uren blic an den berc warf.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
694, 5
(thür.
, 1421
): In dem selbin jare do slugk eyn bligk yn das stetchin zu Dornburg, das is mer den halb vorbrante.
Luther, WA
6, 240, 8
(1520
): Was ists wunder, das blick und donner offt kirchen antzundet.
Feudel, Evangelistar
148, 29
(omd.
, M. 14. Jh.
): ich sach Sathanam alse eynen blik vallen von dem hemele.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
15266
(omd.
, 1338
): In der selben wise dicke | Den walvisch irslan di blicke | Me wan ander vischelin: | Daz kumit van der groze sin.
Fischer, Brun v. Schoneb.
1654
(md.
, Hs. um 1400
): der [stein] ist uns genant topacius | und hat goltvar blicke.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 133
(els.
, E. 14. Jh.
): So kumet ein hoher lieht der gnaden gotz, recht als ein blig der sunnen.
Koppitz, Trojanerkr.
1191
(Hs. ˹noschweiz.
, 15. Jh.
˺): Sich hüb manig blik gar schnell. | Hector und Ruell | Die zwen starken kampff genossen, | Zaghaitt sy baide waren blossen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
503, 7
(moobd.
, 1473
/8
): So sicht man auff meinr frawen sal | von schwertes plick ir mägt alltzeit erplaichen.
Gereke, Seifrits Alex.
8573
(oobd.
, Hs. 1466
): sich hueb ein stuerm wetter gros, | ein michl sewsen und ein dos | von dorrn und von fewr plikchen.
Qu. Brassó
4, 163, 10
(siebenb.
, 1607
): da höret man Donner und Blik gegen Niedergang der Sonnen.
Schmitt, Ordo rerum
21, 34
; Dietz, Wb. Luther
1, 316
f.; Preuss. Wb. (Z)
1, 654
; Schwäb. Wb.
1, 1200
; Schweiz. Id.
5, 61
.2.
›heller Schein, Glanz von Metallen, bes. von dem bei der Trennung von Silber und Blei in Fluß befindlichen Silber‹; dann auch ›Silber, Blicksilber‹; zu
blicken
1.Belegblock:
Ermisch, Sächs. Bergr.
140, 3
(osächs.
, 1499
/1500
): Von grosenn ader kleinen blicken sall vom abetreiben nicht mehr dann zwenzcig groschen gegeben werden.
Helbig, Qu. Wirtsch.
5, 126, 32
(md.
, 1499
/1500
): Es sal auch kein blick vnprobirt hynfurder auß der hutten genumen werden.
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 140
(oobd.
, 1550
): damit die Ausstendt oder wurczeln, so von dem Plickh ausgestannden wider czu dem Plickh sylber bracht [...] werden.
Öst. Wb.
3, 406
.3.
›Licht, Strahl, Blick des Auges‹; zu blicken
2; auch ütr.Phraseme:
(der augen) blik
›kurze Zeitspanne, Augenblick‹.Syntagmen:
b. tun / werfen, jn. mit b. ansehen; der b. des hasses / herzens / todes, der sünde; ein freundlicher / lieber / lieblicher / loser / mordlicher / süsser / zarter b
.Belegblock:
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
6232
(rhfrk.
, um 1405
): In eime blicke was alles verborgen als ee | Vor mir und verholen | Under dem druben wolken.
Jostes, Eckhart
33, 21
(14. Jh.
): Er hat mich gebunt mit einem plich seines augens.
Göz. Leichabd.
273, 7
(Jena
1664
): der nie aus seinem / einen Blikk in des Nachbahrn Garten gethan.
Sermon Thauleri
15v, 18
(Leipzig
1498
): das wir einen spiegel vor vns leyneten alle tzeit in dez wir in einem blicke alle dinck sehenn vnnd bekennen yn einem bilde.
Jahr, H. v. Mügeln
782
(omd.
, Hs. 1463
): da winkt im sines herzen blik.
Ebd.
2500
: sin blik ist mortlich unde schil, | sin antlitz das ist zornes vol.
Hübner, Buch Daniel
6958
(omd.
, Hs. 14.
/A. 15. Jh.
): Rischlich in der ougen blic | Beruft er [kunic] sine kempfen.
Ebd.
8244
: Kumet der ware kunic, | Marien sun. sinen blic | Wirfet er lieblich nach dir.
Pyritz, Minneburg
1760
(nobd.
, Hs. um 1400
): Die frawen rant ich undervorcht | Do an mit lieben blicken.
Gille u. a., M. Beheim
268, 27
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): Sie hat zwai mynnigliche öglin als ain valk, | [...] | die mit freuntlichen bliken schiessen als die sternen dünd.
Vetter, Pred. Taulers
218, 1
(els.
, 1359
): In einem blicke so kumet im das in.
Sappler, H. Kaufringer
7, 181
(schwäb.
, Hs. 1464
): doch ward er des wol gewar, | das die fraw gar offenbar | gen im heraus vil plicke tet.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3571
(schwäb.
, 1453
): Dü mörin die zerwarff ir hend | Mit scharpffen blicken her und dar.
Henisch
47
(Augsb.
1616
): In einem nu vnd blick verfelt / | Allmacht vnd boßheit diser Welt.
Bihlmeyer, Seuse
435, 5
(alem.
, 14. Jh.
): so begegent fro Venus mit ir losen blicken, mit den fúrinen stralen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
92, 62
(Basel
1494
): naͤrrin [...] meynen / es sol schaden nüt | Ob sie eyn blick dem narren gytt.
Heidegger. Mythoscopia
63, 28
(Zürich
1698
): Er habe es [Buch] auffgeschlagen / nur einige Blick darein zuthun.
Munz, Füetrer. Persibein
258, 5
(moobd.
, 1478
/84
): von ir plick allerst newe krafft entpfieng er.
Hübner, a. a. O.
4533
; 6685
; 7387
; 7619
; 8227
; Pyritz, a. a. O.
4930
; 5231
; Schlosser, a. a. O.
1098
; 2221
; 3942
; Klein, Oswald
47, 21
; 63, 9
; 114, 43
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
89
.4.
›Anblick, Einblick, Erscheinung‹; zu
blicken
3.Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
5159
(preuß.
, um 1330
/40
): Dirre sô vreisliche blic | gab den andrin sulchin schric.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
1353
(nobd.
, Hs. A. 15. Jh.
): Swem dire gnoden wirt ein plich, | der wirt erst reht demutig.
Lauchert, Merswin
14, 19
(els.
, 1352
/70
): daz din sele disen blick nuwent gesehen het vnd do von also gar fro worden ist, daz ist nút ein wunder.
Vetter, Pred. Taulers
382, 23
(els.
, 1359
): so blickent wol do im in die blicke von den gůten uͤbungen die der mensche vor geuͤbet hat.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 514
(els.
, E. 14. Jh.
): Bewilen git got solichen menschen kurtzen blig einer súnderlichen clarheit.
Brandstetter, Wigoleis
223, 2
(Augsb.
1493
): jre lieplichen plick mein hercz vnnd mein gemuet [...] besessen vnd überkumen hat.
Weber, Füetrer. Poyt.
64, 7
(moobd.
, 1478
/84
): Auch het dy keusch peklaidet sich, | das durch ir plick manigen stach dy mynne.
McClean, Havich
3436
(moobd.
, Hs. 15. Jh.
): ich pitt dich, fraw, erhor mich | durch den ellenden plich | da deines chindes menschait | dy marter an dem chreucz lait.
Gereke, Seifrits Alex.
4839
(oobd.
, Hs. 1466
): die stuenden wol zu plikch | wol ains vingers dikch.