bletzen,
V.;
zu
mhd.
bletzen
›einen Flicken aufsetzen, pfropfen, anhauen‹
(Lexer
).1, 304
1.
›etw. (z. B. Gebäude, Gegenstände, Kleidungsstücke) ausbessern, flicken‹; auch ütr.; vgl.
blez
1.Bedeutungsverwandte:
bessern
flicken
Syntagmen:
kessel / körbe / öfen / röcke / schuhe, pfannen, dächer / fenster b
.Belegblock:
Bobertag, Schwänke
258, 20
(Frankf.
1565
): knecht mach mir die hosen, bletz mir das wammes.
Luther, WA
10, 1, 1, 113, 20
(1522
): Es wirtt sich nit also mussen flicken und pletzen, mit wercken.
Ebd.
41, 93, 29
Anm. 2 (o. J.): Das es doch nichts anders ist denn wie ein alter, zu rissener peltz, daran man jmer pletzen und flicken mus.
Fastnachtsp.
372, 18
(nobd.
, n. 1494
): Hausmeid, die alten korb herauß! | Ir herren, die alten korb ich pletz, | Darbei so richt ich an mein geswetz | Bei den hausmeiden, wenn ich in flick.
Ebd.
793, 2
: Alt pfannen pletzen, kessel flicken, | Darzu kan ich mich also schiken.
Chron. Strassb.
909, 6
(els.
, A. 15. Jh.
): Wambesche und alte rocke bletzern in Elsas kam us von künig Růdolfe.
Bobertag, Eulensp.
73, 5
(Straßb.
1515
): der meister müst dz dach wider lon pletzen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 258, 1
(Straßb.
1522
): er solt den andern Rock mit bletzen.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 169, 20
(schwäb.
, 1441
/2
): Dem haffner von newen öffen und zu bletzend 3 lb.
Wolf, Norm im sp. Ma.
35, 21
(schwäb.
, 15.
/16. Jh.
): alle brüder süllent tragen schnode claider und mogen si bleczen mit sacke tuche.
Barack, Teufels Netz
10868
(Bodenseegeb.
, 1. H. 15. Jh.
): Tuot er denn ainr kessi und pfannen pletzen.
Vetter, Schw. zu Töß
103, 2
(halem.
, Hs. 15. Jh.
): do zemal was sy als arm das sy nit gewandes hat won ainen gebietzten gebletzet rok.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 218, 27
(halem.
, n. 1529
): kond sich selbs an- und abziehen, essen, trinken, ston, gon, schůch blaͤtzen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
468, 18
(halem.
, 1534
/5
): die 6 ortt sitzend noch da oben [...] und blaͤtzend am allten glouben.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
89
(Genf
1636
): Bletzen / flicken / bessern / das zerrissen vnd zerbrochen ist / wider ergentzen.
Dietz, Wb. Luther
1, 315
; Maaler
71r
; Henisch
410
; Harsdoerffer. Trichter
2, 124
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
44
; Pfälz. Wb.
1, 1015
; Bad. Wb.
1, 262
; Schwäb. Wb.
1, 1198
; Schweiz. Id.
5, 285
f.2.
›jn. zum Geschlechtsverkehr zwingen‹; vgl.
platzen
3.Bedeutungsverwandte:
notzogen
Belegblock:
Chron. Augsb.
5, 142, 21
(schwäb.
, 1523
/7
): Er hatt [...] ain gůtte diernen gepletzt in ainem anger und hat sein weib lassen zůsehen.
Ebd.
169, 9
: die Spanioli haben die frauen in Kom und junckfrauen genottzogt und mit gwalt sie gepletzt.
Barack, Zim. Chron.
3, 269, 11
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): do warden hiczwischen etliche grosse frawen und jungfrawen hünder den tapissereien und courtines nach allem vorteil gepletzt.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
118
(o. O. 1558
): plätz er mehr mein weib.
3.
›etw. (z. B. einen Baum) anhauen, kennzeichnen‹.Belegblock:
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
79, 6
(nürnb.
, 1464
/75
): das dieselben wintfellen gepletzt und von inen gezeichent wurden.