bitte,
1
bit, die
;der
das
;-Ø/
auch -Ø
.1.
›Bitte, Gebet‹; vgl.
bitten
(V.) 1; 2; 3; 4; 5.Bedeutungsverwandte:
beger
ersuchung
flehung
Syntagmen:
jm. eine b. abschlagen / versagen, einer b. offen sein, etw. in eine b. einschliessen; bitte und beger; eine demütige / ernstliche / freundliche / untertänige b
.Belegblock:
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 142, 5
(Köln
1582
): Erhalt auff deim weg meine trit, | Das ist mein bit.
Köbler, Ref. Wormbs
29, 7
(Worms
1499
): wes oder wie des klegers bit vnd meynung sy das tzu recht soll erkant werden.
Laufs, Reichskammergo.
214, 23
(Mainz
1555
): soll unverzüglich der appellat auf sein bitt und anhalten von der außgangen ladung absolvirt werden.
Küther, UB Frauensee
369, 29
(thür.
, 1526
): hab ich uff sag und bitt Heinrich Wolffs mein ingesigell hinden zu endt dieser schrifftt auffgetrucktt.
Luther, WA
35, 421, 21
(Wittenb.
1524
): Deyn gnedig oren ker zu myr | und meiner bitt sie offen.
Ebd.
41, 459, 20
(Wittenb.
): den bite thu ich mit allen freuden.
Anderson u. a., Flugschrr.
21, 4, 22
([Zwickau
] 1525
): Zum ersten ist vnsere demutige bit vnd beger auch vnser wille vnd meynung.
Reu, Süddt. Kat.
1, 718, 26
(Leipzig
1595
): In welcher Bitt begeren wir die zeitliche vnd leibliche Güter?
Weise. Jugend-Lust
146, 11
(Leipzig
1684
): Der Befehl besteht in einer demuͤthigen Bitte.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
91, 6
(Bamb.
1507
): So solt derselbig endthafft rechttag auf des beclagten bit auch ernant werden.
Loose, Tuchers Haushaltb.
85, 17
(nürnb.
, 1511
): adi 10 luio dem Wegerhan meiner hern paucker auf sein pit verert an einem schild czu stewr.
Ebd.
178, 10
(nürnb.
, 1520
): junckfraw Anna mein tochter der hab ich auf ir pit und begern geworben in das closter gen sant Katerina.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
135, 8
(nobd.
, n. 1525
): Dis ist der maister balbierer und baderhandwerker beschwerd und bit.
Sachs
15, 477, 38
(Nürnb.
1562
): Wie des bischoffs freundschafft so gar | Lagen mit bitt so hefftig an | Dem frommen christenlichen mann.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
69, 11
(Nürnb.
1548
): das ein mensch erstlich sein suͤnde bekenne / vnd laß jms leide sein Bitte vmb gnad.
Ebd.
73, 3
: [im Vaterunser] sind nur siben bit / vnd hat ein yede sehr wenig wort.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 35, 27
(Hagenau
1534
): Bey einem narren richt man nichts aus / weder mit bitt noch mit drewen.
Roloff, Brant. Tsp.
667
(Straßb.
1554
): Do ist an euch mein ernstlich bitt.
Sappler, H. Kaufringer
32, 18
(schwäb.
, Hs. 1472
): mein bitt gab nicht lenger frist.
Chron. Augsb.
9, 370, 13
(schwäb.
, 1532
): Herr Gott, verleich uns dein genad, | Daß unser bit allain Dir reich zu eern.
Barack, Zim. Chron.
357, 2
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): so kunt er zu letzst dem grafen […] das bit nit weiter abschlagen.
Eschenloher. Medicus
40, 15
(Augsb.
1678
): ist er doch von GOtt niemahlen erhoͤrt / noch seiner Bitt gewehret worden.
Lemmer, Brant. Narrensch.
85, 84
(Basel
1494
): dere dot […] ist eyn richter / der gantz nytt | Ettwas abloßt / durch yemans byt.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
1v, 15
(Zürich
1521
): bin ich bewegt worden zů gefallen vnd vß bitt / des eerwürdigen herren Apt zů Capell / ein buͤchlin […] zů transferieren.
Fuchs, Murner. Geuchmat
2882
(Basel
1519
): hats das listig wyb selb thon, | Alß er ir bit nit wolte ston.
Anderson u. a., Flugschrr.
10, 8, 30
(Zürich
1524
): Doch ist min pitt an sy.
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 282, 23
(whalem.
, 1484
): der zůletst durch unser bitt und ankerung erwegt, solich sachen unserm willen hat heimgeben zů entscheiden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 351, 47
(München
1586
): O Herr Jesu, vns vnsers bitts gewehr.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
114, 28
(tir.
, 1525
): Weiter ist unnser pit und begern.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
12, 34
(oobd.
, 3. Dr. 14. Jh.
): wie oft wir sünd begingen, | das wir denn durch dein fleglich pit | genad von im enpfingen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
9, 12
(mslow. inseldt.
, 1612
): Joseph neben ihm starkh intercediret vnd gebeten, dz man diese seine erste bitt […] wölle gelten laßen.
Küther, a. a. O.
362, 34
; 397, 25
; Baumann, a. a. O.
510, 33
; Roloff, a. a. O.
1928
; Lemmer, a. a. O.
73, 42
; Fuchs, a. a. O. 649
; Schmitt, Ordo rerum
345, 8
; Voc. inc. teut.
t iijv
; Schöpper
102b
; Serranus
38r
; Hulsius
B iijr
; Dasypodius
297r
/v; Maaler
70r
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
87
; Dietz, Wb. Luther
1, 309
; Göpfert, Wb. Katechismus
48
; Schwäb. Wb.
1, 1144
; Schweiz. Id.
4, 1850
f.; Vorarlb. Wb.
1, 366
; Rwb
2, 351
.2.
›Befehl, Gebot‹; vgl.
bitten
(V.) 6.Belegblock:
Chron. Augsb.
4, 371, 3
(schwäb.
, v. 1536
): unser von ir fürsichtigkait wegen rath und dienstlich bit.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 137, 8
(schwäb.
, 1591
): haben wir […] uns selbsten aufgesetzt ain solche ordnung, dieselb bey bitt und verbott underainander nun hinfuro […] zue halten.