bidmen,
V.;
zu
mhd.
bidemen
›beben, zittern‹
(Lexer
) mit Lautwechsel aus 1, 265
bibenen
›beben‹
.›beben, zittern‹.
Bedeutungsverwandte:
beben
schütteln
zittern
Syntagmen:
der leib, die erde b.; die glieder / knie b
.Belegblock:
Luther, WA
10, 1, 2, 350, 22
(1516
): Da moͤchten sich Nonnen und Pfaffen vor entsetzen und pydmen biß jns marck hynn eyn.
Reissenberger, Väterb.
1062
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Die erde bidempte und die clus, | Als ob sie wolte vallen.
Pyritz, Minneburg
3195
(nobd.
, Hs. um 1400
): Wann, mynne, dine schuße, | Din zittern, bidemen und wegen | Wil sich in mir niht nider legen, | Daz ich lange geliden han | Nach einer frawen wol getan.
Euling, Kl. mhd. Erz.
107, 11
(nobd.
, E. 15. Jh.
): das macht dem menschen zweyer fare not, | wirt ytzunt gel, den ytzunt rot, | piden und zittern get auch domit, | warzü der mensch den ist gesit | dovon dem menschen sein glider krempfen.
Sachs
12, 388, 12
(Nürnb.
1555
): Mein gantzer leib bidmet vor schmertz.
Ebd.
13, 29, 2
(Nürnb.
1556
): Vor liebe ich bidem und zitter | Ob Hugo, dem erenfesten wie stahel.
Ebd.
17, 24, 6
(Nürnb.
1563
): Mein lebenlang so bin ich ie | So gar ubel erschrocken nie | […] Mein gantzer leib bidmet ietzund, | Daß ich kaum auff mein füssen steh.
Ebd.
17, 517, 14
: Der aff hett dieser red gut acht, | Merckt wol seins freundes hinderdück, | Vor angst bidmet ihm hertz und rück.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2780, 6
(Nürnb.
1618
): Es muß der leidig Teuffel sein. | Schau, wie es zittert vnd Bidmen thut.
Chron. Strassb.
110, 25
(els.
, 1362
): Die erde bidemet, ouch klübent die steine, | Ir herten hertzen, ir sullent weinen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 154, 3
(Straßb.
1466
): du hast gesterket die bidmenden knye.
Morrall, Mandev. Reiseb.
22, 6
(schwäb.
, E. 14. Jh.
): all weg so ist ain grosser wind in der grůb, und der weget das sand úmer mer, das es all wegen bydemet.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 4, 54
(schwäb.
, 1471
): Die Junckfraw vmbfing sy gar | Vnd truckt sy wider nyder, | Ir pidmeten all gelider, | Recht das das pett erwaget.
Päpke, Marienl. Wernher
11256
(halem.
, v. 1382
): Do Jhesus was von pinen tot, | Hymel und erde erzoͤgte not, | Wan alles ertrich erschutte sich | Von bidnen, citeren grimeklich.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 233, 8
(alem.
, M. 15. Jh.
): wann ir alte fryheiten in dem bidem vervallen und verbrent woren.
Bächtold, H. Salat
61, 11
(Luzern
1550
): im tal zů Urseren hats um 3 regum angfangen erdbidmen und me denn ein manat all tag gangen, was inen ouch ir brunn abgangen, der kam vom bidmen wider.
Ebd.
122, 8
(Luzern
1532
): Es bidmet erden, luft und wald.
Drescher, Hartlieb. Caes.
215, 26
(moobd.
, 1456
/67
): Der priester zittret und pydempt mit forcht.
Ebd.
376, 2
: da zyttern und pydempt das gancz schloss.
Munz, Füetrer. Persibein
219, 7
(moobd.
, 1478
/84
): wers hört, der múes tod zu der erden vallen, | dy vogel es sterbet in dem lufft, | so lawt erlúet sein pidmen vnd auch schallen.
Ebd.
223, 7
: sunst rait er auf das mos hin vnerschrocken | nicht voll ains pogen schusses lannck, | do húeb es an zw pidmen vnnd zw schocken.
Wackernell, Adt. Passionssp. Pf. I,
1007
(tir.
, 1486
): Ier herren, vernempt, was geschechen ist, | Do wier huetten Jhesum Crist: | Dy erd pidnet, ein engel kam, | Von dem grab er den stain nam.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
108, 13
(oobd.
, 1349
/50
): daz ander pidem ist, daz diu erd schotelt snell, sam dâ ainr den andern mit den henden schütelt.
Ebd.
127, 14
: ez [pibergail] ist auch nütz den die hend pidment von der krankhait der âdern.
Ebd.
362, 28
: daz öl […] daz ist guot zuo rehter wegung der gelider und hindert der gelider pidem und siehtum.
Jaksche, Gundacker
2018
(oobd.
, Hs. 1. H. 14. Jh.
): diu erde ouch an der stunde | vaste pittwen begunde, | sich zart des tempels umbehanc.
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 23
; Dietz, Wb. Luther
1, 301
; Serranus
36v
; Henisch
368
; Schmitt, Ordo rerum
697, 10
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
38
; Schwäb. Wb.
1, 1096
; Öst. Wb.
3, 144
f.