bewellen,
V., unr. abl.
– Im mittleren Frnhd. auslaufend; Texte religiösen Inhalts.
1.
›etw. umwickeln, einwickeln‹; als part. Adj. bewelt
ütr.: ›verborgen, verhüllt‹.Bedeutungsverwandte:
einwickeln
Belegblock:
Jostes, Eckhart
7, 3
(14. Jh.
): Allez daz die sel gotte(s) zu gelegen mach an namen, da zeuhet si got ein haut uber ud webillet got.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 226, 19
(Straßb.
1466
): do ich legt dem wolcken sein gewand. vnd do es bewal
[
einwickeltLuther
1545: ]
mit der tunckelung als mit den tůchen der kintheit? Eggers, Psalter
17, 13
(thür.
, 1378
): sine [Got] wege sint bewollen in allen gezeiten.
Schmitt, Fachprosa
71, 2
(böhm.
, 2. H. 13. Jh.
): leg dar uf ain chügel von tincheln melve, pewollen mit dem weizzen dez ays: so wirt die spalt gancz.
2.
›jn. (oft: sich) beflecken, beschmutzen, besudeln (konkret oder ütr.), sich in etw. verstricken; sich anstecken‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. beschmeissen
Syntagmen:
den leib, die sele b., sich an / in / mit etw. b., krankheit jn. b
.; mit etw
. (z. B. mit lust / unkeusche
), in etw
. (z. B. in sünden
), als die schweine bewollen sein
.Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
3675
(nrddt.
, 14. Jh.
): So daz sich al daz volk do mite | Bewal daz in dem lande saz.
Ziesemer, Proph. Cranc Hes.
23, 7
(preuß.
, M. 14. Jh.
): und gab ire unkuscheit uf die erwelten sone der Assyrien gemeine [...], mit irim unvlate is sy bewollin.
Reissenberger, Väterb.
28020
(md.
, Hs. 14. Jh.
): owe, swester min, | Gestate niht uf der erden | Dinen lip bewollen werden!
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
33, 22
(hess.
, 14. Jh.
): Daz kein andere von irre crankheide bewollen inwerde.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
8804
(omd.
, 1338
): Daz sint di hi bewollen sin | Mit beger vleischlicher lust.
Ebd.
11592
: di unkusche sin | Und gar bewollen als dy swin, | In den wonet Got mit nichte.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 63, 19
(Straßb.
1466
): nichten wellt rúren die ding die do gehoͤren zů in. das ir icht werdt bewollen
[Var. 1475
eingewickelt2
, Eck
1537: ;
vmbkometLuther
1545: ]
in iren súnden. Rieder, St. Georg. Pred.
239, 32
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): dú waz ussnan und innan also rain und also kúnsche daz si nie bewollen wart mit dekainer unkúnschi.
Helm, a. a. O.
2362
; ders. H. v. Hesler. Nicod.
226
; Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
18881
; Kochendörffer, Tilo v. Kulm
2933
; Palm, Veter Buoch
32, 28
; Kurrelmeyer, a. a. O.
2, 445, 12
; 8, 228, 16
; Koppitz, Trojanerkr.
22989
; Preuss. Wb. (Z)
1, 590
.