besprachen,
V.;
vgl. das Bedeutungsfeld von besprechen
.1.
›sich mit jm. beraten, unterreden, besprechen; etw. besprechen‹.Bedeutungsverwandte:
beraten
besinnen
ratschlagen
unterreden
Wortbildungen:
besprach
besprachung
communication
mitteilung
unterredung
Belegblock:
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 214, 16
(preuß.
, 1450
): czogen sich ritter, knechte [...] uff eynen ort, eynen kurczen besprach daruff zu nemen.
Schwartzenbach
M vr
(Frankf.
1564
): Rahtschlagen. Sich berahten. Besinnen. Mit einander besprachen.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
249
(o. O. 1558
): der bräwtigamm [...] bath umb verzeyhung, [...], er wölte sich mit seinem beystandt unterreden unnd besprachen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
598
(schles. inseldt.
, 1428
): do haben sy sich besprocht vnd haben geczewget durch eynen month.
Chron. Nürnb.
3, 278, 23
(nobd.
, 1450
/80
): het kunig Karl zu Speyr ein grosse besprachung mit den reichsteten in Swaben.
Rot
296
(Augsb.
1571
): Communication, mittheylung / besprachung / vnterredung.
Wickram
4, 19, 26
(Straßb.
1556
): damit er nit mercken solt / das ich mich mit dir seinethalben bespracht hette.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
80
(Genf
1636
): Jch will mich mit meiner Schwester (besprachen).
Qu. Brassó
5, 581, 38
; Henisch
315
; Schwäb. Wb.
1, 923
; Schweiz. Id.
10, 730
.2.
›jn. ansprechen, zur Rede stellen; jn. befragen, um Auskunft bitten‹.Bedeutungsverwandte:
anreden
ansprechen
Wortbildungen
besprachung
disputation
gespräch
Belegblock:
Bobertag, Schwänke
339, 15
(Frankf.
1563
): Er ward vom marschalck, warumb er solchen můtwillen begieng, bespracht.
Chron. Nürnb.
3, 97, 10
(nobd.
, 1488
): der kaiser ward des mans traurigkeit merken und besprachet in also: ,getrewer, lieber.‘
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
261, 18
(nobd.
, n. 1525
): ich hab ir drey [pawrn] in diser stund bespracht.
Rot
306
(Augsb.
1571
): Disputation. Gesprech oder besprachung von widerwertiger meynung. Disputatz.
Pfaff, Tristrant
29, 17
(Augsb.
1498
): doch sprach er: „Ich will mein tochter darumb besprachen.“
Rintelen, B. Walther 37*,
17
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
80
.3.
›jn. gerichtlich ansprechen, verklagen‹.Bedeutungsverwandte:
andingen
anklagen
bezeihen
ins recht ziehen
Belegblock:
Schöpper
64a
(Dortm.
1550
): Accusare. Besprachen bezeihen an klagen.
Ebd.
91b
: Agere. Anklagen besprachen andingen jns recht ziehen mit recht fuͤrnemen.
4.
›jn. verhören‹.Phraseme:
jn. gütlich, in der güte / peinlich besprachen
›jn. ohne / unter Anwendung der Folter verhören‹.Bedeutungsverwandte:
befragen
ansprechen
gichten
Wortbildungen:
besprache
besprachung
Belegblock:
Skála, Egerer Urgichtenb.
64, 2
(nwböhm.
, 1569
): Gilg walter sagt außvf Peinliche besPrachung.
Ebd.
145, 1
(1575
): Vrgichten Guetlicher Und Peinlicher Besprachung von 75. Jhar An / Erfolgt.
Ebd.
226, 2
(1577
): Ist der Jorg gerbhartt ander Weitt In der güth bespracht Worden.
Ebd.
253, 9
(1579
): bitt bedenck Zeitt [...] beschloßen vf (heut) Wieder besprachen guttlich vnd Beinlich.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
57
(Bamb.
1507
): sol derselbig [...] mit bedrohung der marter bespracht werden, ob er der beschuldigten missetat bekentlich sey.
Sachs
15, 465, 21
(Nürnb.
1502
): Nach dem löst man sie von dem pfal | Und bespracht sie aber einmal.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
134, 44
(smoobd.
, 17. Jh.
): das die obrigkeit [...] diejenige, so inen [verdächtige personen] haimblicher weis underschlaipf geben, [...], umbständlich, ernstlich mit betroung der scherpfe bsprach, [...] auf die kuppler und kupplerin aufmerken.
Ebd.
136, 7
: soll er in verhaft genomen, ires frävels ernstlich bsprocht und einem lobl. hofgericht berichtet werden.
Winter, Nöst. Weist.
3, 111, 28
(moobd.
, 1630
): damit dieselb frembde persohn bespracht und befragt werde waß ihr thun und wessen sei.
Skála, a. a. O.
55, 4
; Kohler, a. a. O.
35, 2
; ders. u. a., Peinl. GO Karls V.
182, 23
.