beschinden,
V., unr. abl.,
vereinzelt regelmäßig.1.
›etw. (z. B. das Laub von Bäumen, meist: die Haut) abstreifen, abziehen‹; je nach Bezugsgröße: ›etw. entlauben‹; ›jn. / (ein Tier) enthäuten‹.Bedeutungsverwandte:
abschaben
abschinden
streifen
Belegblock:
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
31, 16
(md.
, Hss. 14.
/15. Jh.
): dins mundes slint | hât gar beschint | vil manegen veigen alse ein rint.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
10, 29, 6
(Straßb.
1466
): Er satzt meinen weingarten in die wúst: vnd beschant
[Var. 1475
schande ab2
-1480: ;
werdent abschellenFroschauer
1531: ;
hat ... abgetraiftEck
1537: ;
streiffetLuther
1545: ]
mein feygbaum. Es enplost in nackent. Adrian, Saelden Hort
9701
(alem.
, Hss. E. 14.
/15. Jh.
): si hant als ain beschunden vihe | in toten blos enweg getragen.
Klein, Oswald
104, 18
(oobd.
, 1429
): der wald ist loubs beschunden.
Schweiz. Id.
8, 910/11
.2.
›jn. berauben, ausplündern‹; Ütr. zu 1.Bedeutungsverwandte:
berauben
neissen
Belegblock:
Niewöhner, Teichner
407, 64
(Hs. ˹moobd.
, 1360
/70
˺): der in walden raiset, | da man die lauͤt beschint und naiset.
Ebd.
545, 26
(Hs. ˹nobd.
, E. 14. Jh.
˺): und ist niht ein missetat, | der einem rawber wider stat, | [...]. | aber diser wirt beschindet.
Schwäb. Wb.
1, 897
.