bescheinen,
V.;
zu
mhd.
bescheinen
›sichtbar werden lassen‹
(Lexer
).1, 205
1.
›jn. bescheinen, über jn. strahlen‹.Belegblock:
A. à S. Clara. Glori
54, 21
(Wien
1680
): Mit solchen Gnaden=Strahlen ist auch bescheint worden Johannes Zemisces.
2.
›etw. (auch: rechtsförmlich) beweisen, dartun, zeigen, zu erkennen geben, erläutern, offenbaren; jm. in bestimmter Weise erscheinen‹; refl.: ›sich erzeigen, erweisen‹; auch: ›jn. anzeigen‹.Bedeutungsverwandte:
beibringen
beweisen
dartun
Syntagmen:
etw
. (z. B. die not / rede / reue, das gelt
) b., etw. mit jm. b., (jm.) b., das [...], sich (an etw.) b., das [...], etw. offenliche, mit briefen / urkunden b.; Judas
(gen. subj.) bescheinen
(subst.); formelhaft: als es sich bescheint
.Wortbildungen:
bescheinung
Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
19567
(nrddt.
, 14. Jh.
): Als her [Got] iz sint wol bescheinete | Welche wis her daz meinete.
Fischer, Brun v. Schoneb.
1005
(md.
, Hs. um 1400
): di rede wil ich uch bescheinen.
Reissenberger, Väterb.
2063
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Wie offenliche und wie reht | Nu du hast bescheinet | Waz daz knien meinet!
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 113
(rhfrk.
, 1376
): Dither Hun hat hude zu dage sein not bescheint anderweit.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
20, 10
(osächs.
, 1542
/70
): der kaufer wurde mit den leingkaufsleuten [...], das ein kauf beschlossen were, bescheinen und das vortagte kaufgeld dem vorkeufer zu entrichten anpieten.
Ebd.
175, 6
: ader der personlichen flucht / ader entwendung seiner guter vordechtig und solches geburlich bescheinet were.
Pyritz, Minneburg
1136
(nobd.
, Hs. um 1400
): Er sol aber der reinen | Zu aller zit bescheinen | Mit werken als sie sy sin lip.
Ebd.
4988
: Syt mich der mensch in truwen meint | Und mir daz allenthalb bescheint.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
543
(nobd.
, Hs. A. 15. Jh.
): deu reuerinne Magdalen, | deu wor reu peschainte.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
61, 32
(nobd.
, n. 1525
): es hat sich hernach auch anderst erfunden und beschaint.
Barack, Zim. Chron.
2, 178, 18
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): wie sich dann das hernach wol beschainte.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
38, 31
(oobd.
, 3. Dr. 14. Jh.
): Judas beschainen | erwarb im herten lon.
Valli, Baldemann
246
; Cirullies, a. a. O.
113
; Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 97, 7
; Barack, a. a. O.
2, 269, 5
; 4, 307, 22
; 311, 12
; Bobertag, Schwänke
398, 21
; Gereke, Seifrits Alex.
1186
; Rwb
2, 83
; Schwäb. Wb.
1, 893
; Schweiz. Id.
8, 798
.‒
Vgl. ferner s. v. aufschlus
2.3.
›sich einen Schein, Anschein geben‹.Wortbildungen:
bescheinung
Belegblock:
Schwäb. Wb.
1, 893
(a. 1520
).