beissig,
Adj.
1.
›genießbar‹.
Syntagmen:
frucht b. sein
.
Bedeutungsverwandte:
fressig
.

Belegblock:

Rwb
1, 1284
(a. 
1525
).
2.
›bissig, konkret beißend, um zu verletzen‹;
vgl.
beissen
(V., unr. abl.) 3; 8.
Bedeutungsverwandte:
beissend
.

Belegblock:

Karsten, Md. Paraphr. Hiob 
4966
(
omd.
,
1338
):
Dy uzen schinen als eyn holf | Und bynnen syn eyn beyzig wolf.
Maaler
67v
(
Zürich
1561
):
Beyssig / Der beißt. Mordax.
Henisch
265
(
Augsb.
1616
):
Jhre Roß sind beissiger denn Woͤlff. […]. Beissend / beissig / schlagend Pferd.
Dasypodius
295v
;
Voc. Teut.-Lat.
i ijv
;
Hulsius 
B ijr
;
Dietz, Wb. Luther
1, 245
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 502
.
3.
›streitsüchtig, scharfzüngig, bärbeißig, kratzbürstig; aufgebracht‹; von Schriften: ›scharf, verletzend‹;
vgl.
beissen
(V., unr. abl.) 6; 7.
Bedeutungsverwandte:
haderhaftig
,
hässig
 1,
neidig
,
rachselig
,
scharf
 13,
zänkisch
,
zerhaft
.
Wortbildungen:
beissigkeit
2 (a. 1520).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. 
2, 265, 9
(o. O.
1559
):
Ein papistisch bischof, pfarrherr, prediger sol ein […] ehebrecher sein, keinen tag nüchtern, ein weinseufer, spiler, beißig, neidisch, zenkisch.
Luther, WA
7, 4, 18
(
Wittenberg
1520
):
Jch hab wol scharff angriffen […] und auff meyne widdersacher peyssig geweßen […]. […] solten sie auch wol sagen, es were niemant ßo peyssig und ungedultig als S. Paulus, Und wer ist peyssiger den die propheten? […] ßo bald wyr nit ynn allen dingen gelobt werden, schreyen wyr, man sey peyssig, Und die weyl wyr uns sonst der warheyt nit erweren muͤgen, entschlahen wyr unß doch der selben durch ertichte ursach der peyssickeyt, der ungedultickeit und der unbescheydenheyt.
Ders., WA Bibel
7, 264, 10
(
1522
):
Es sol aber eyn Bischoff vnstrefflich seyn, nur eynes weybes man […], nicht weynsuchtig, nicht beyssig, nicht schendlichs gewynsts gyrig.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
144, 12
(
Nürnb.
1548
):
ein solches weyb […] / die […] nicht außschweiffig / faul / versoffen / prengisch / zerhafft / haderhafftig / beissig sey.
Maaler
67v
(
Zürich
1561
):
Ein scharpffe oder Beyssige geschrifft / die einen übel sticht. Dentata charta.
Henisch
265
(
Augsb.
1616
):
Beissig gesind machts nirgend gut / weder bey Gott / noch bey den Menschen. […]. Ein beissig maul / frevele wort.
Turmair 4, 
928, 3
 (
moobd.
,
1522
/
33
):
Alles baissig gesind […] ward gar ausgetilgt.
Ebd.
1005, 20
:
warn nur dest paissiger und herter und rauher wider das römisch reich.
Dietz, Wb. Luther
1, 245
;
Schwäb. Wb.
1, 814
.
4.
›krätzig, räudig, grindig, juckend‹;
zu
beissen
(V., unr. abl.) 9.
Bedeutungsverwandte:
krätzig
 1,
räudig
,
schäbig
.
Wortbildungen:
beissige
›Krätze‹ (um 1600).

Belegblock:

Maaler
67v
(
Zürich
1561
):
Beyssen / Jucken / Beyssig vnnd kraͤtzig seyn / als wenn einen ein raud beyßt. [...] Beyssig / Rüdig / Schebig. Scabiosus.
Ebd.
238r
:
Jucken / beyssig vnd schebig sein.
Schweiz. Id.
4, 1693
.
5.
›scharf (z. B. vom Messer)‹.
Syntagmen:
das messer b. machen
.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 814
(a. 
1608
).