beilegen,
V.
– Nur vereinzelte Belege im Obd.
1.
›e. S. etw. beifügen, beilegen, anheften; jm. etw. (z. B. eine Krone) aufsetzen‹.Syntagmen:
das siegel b.
; beigelegter brief / zettel, beigelegte klage
.Belegblock:
Köbler, Ref. Wormbs
43, 11
(Worms
1499
): so die parthy der Sigel an den Briefen so bygelegt weren. nit bekentlich.
Göz. Leichabd.
301, 7
(Jena
1664
): also ist ihme von dem Hoͤchsten GOtt zum schoͤnen Gnaden⸗Lohne eine dreifache Krohne beigeleget worden.
Henisch
259
(Augsb.
1616
): Beilegen / bei etw. legen.
Ulrich, Wortsch. Kirchenl.
1969, 242
; Rwb
1, 1468
.2.
›etw. (z. B. Geld) zuschießen, einschießen, anlegen; jm. etw. für die Zukunft sichern, etw. aufbewahren (z. B. religiöse Hoffnung)‹.Bedeutungsverwandte:
zurücklegen
Wortbildungen:
beileger
beilegung
Belegblock:
Opel, Spittendorf
196, 6
(osächs.
, um 1480
): Umb das gelt hatten sie gesaget, das sie das solten behalten oder beylegen.
Luther. Hl. Schrifft.
Kol. 1, 5
(Wittenb.
1545
): vmb der Hoffnung willen / die euch beygelegt ist im Himel.
Ebd.
2. Tim. 4, 8
: Hinfurt ist mir beygelegt die Kron der gerechtigkeit / welche mir der HErr an jenem tage […] geben wird.
Buch Weinsb.
2, 38, 28
(rib.
, 1553
): haben wir under uns beilaich getain und minne broder Christian zum rentmeister gemacht, der hat das beigelachte gelt zu sich genomen und ein halb herde gens gegolten.
Brack
d 4r
(Basel
1483
): Depositum. beylegung. [...] hinder gelegt guott.
Rwb
1, 1470
; Franke, Luthers Wortlehre.
1914, 16
.3.
›jm. beistehen, jn. / e. S. unterstützen‹.Bedeutungsverwandte:
helfen
raten
stärken
Syntagmen:
jm
. (z. B. den pfännern
) / e. S
. (z. B. dem recht
) b
.; jm. e. S
. (wohl Gen., z. B. der predigt / antwort
) b
. (›jm. bei etw. helfen‹).Wortbildungen
beilegung
hilfe
fürderung
1
beistand
Belegblock:
Opel, Spittendorf
8, 13
(osächs.
, um 1480
): denn niemandt wolte uns beylegen, sondern etzliche hetten uns wol beygelegt, sie dorften nicht.
Ebd.
170, 42
: so hatte der probst […] und der prior faste ins gleich gereth und doctor Troste faste beygelegt seiner predigte und seiner antwort, die er da gethan hatte.
Ebd.
429, 15
: der rath wolte ye den neuen pfennern beylegen, auff das sie die alten so von gutte möchten brengen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
56, 71
(schles.
, v. 1361
): entruen anargelist des rechtin bye czulegen vnde czu raten vnde czu helfin ewechlichen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
284, 22
(nobd.
, n. 1525
): das ir […] zu den pawrn ziehen, irem beschwerlichen furnemen […] anhangen, hilf und beylegung zu tun.
Rwb
1, 1469
; Preuss. Wb. (Z)
1, 493
; Schwäb. Wb.
1, 798
.‒
Vgl. ferner s. v. aufnemen
9.4.
›jm. etw. zuschreiben, jn. e. S. bezichtigen‹.Syntagmen:
jm. etw
. (z. B. die sache
) b
.Belegblock:
Preuss. Wb. (Z)
1, 493
(a. 1599
).5.
›etw. vorlegen, nachweisen, beweisen‹.Belegblock:
Köbler, Ref. Wormbs
49, 10
(Worms
1499
): das die selb frembde person gnugsamẽ oder vollen gewalt bylege vnd fürbringe als recht ist.
6.
›jn. verheiraten, jm. jn. (meist auf die Frau bezogen) zur Ehe geben‹; refl.: ›mit jm. verkehren‹; auch: ›jn. jm. zuordnen, beiordnen‹.Bedeutungsverwandte:
verehelichen
verloben
vertrauen
Syntagmen:
(jm.) jn
. (z. B. die jungfrau / magd / tochter
) b., der jungfrau eine frau b., sich jm. b
. (›mit jm. verkehren‹).Belegblock:
Fischer, Brun v. Schoneb.
956
(md.
, Hs. um 1400
): alsus lesen di pfaffen: | iz ist um di schrift also geschaffen, | als um ein elich wip | daz do treit doch velen lip | und sich vremden mannen leget bi.
Chron. Magdeb.
2, 112, 6
(nrddt.
, Hs. E. 16. Jh.
): und wurden auch in selbigen Jare beygelegt und vertrauet.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
677, 9
(thür.
, 1421
): do sante grave Heynrich von Henbergk seyne tochtir frawen Katherinen deme jungen ern Frederichin […], deme sie vortruwet was, kegen Isenache […], unde die legete man om bey.
Luther, WA
30, 3, 221, 34
(1530
): es were ernst odder nemen den schein fur, Ja, ich bin dir wol offentlich verlobt und beigelegt.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 16, 5
(Wittenb.
1545
): Jch [Sarai] hab meine Magd dir [Abram] beygelegt / Nu sie aber sihet / das sie schwanger worden ist / mus ich geringe geachtet sein.
Voc. inc. teut.
s vr
; Dietz, Wb. Luther
1, 242
; Rwb
1, 1469
; Crecelius
1, 144
.7.
›etw. (z. B. die Kleider) ablegen‹; ütr.: ›etw. beiseitelegen‹.Syntagmen
den rok, das gewand, die kleider b
., ütr.: den Hesekiel b
.Belegblock:
Schwäb. Wb.
1, 798
(1. H. 17. Jh.
).8.
›etw. (Streitigkeiten) schlichten, beilegen‹.Bedeutungsverwandte:
scheiden
stillen
Gegensätze:
erregen
Syntagmen:
den handel / irtum / span, die irrung, streitigkeiten b., etw. mit worten b
.Wortbildungen
beilegung
einigung
teidigung
vergleichung
Belegblock:
Allg. Schau-Buͤhne
57, 32
(Frankf.
1699
): So vielmal als sie [Streitigkeiten] beygeleget: So vielmal wurden sie wieder erreget.
Grimm, Weisth.
5, 696, 8
(pfälz.
, 1476
): ob derselb nit besser kundschaft soll haben und beilegung thun, dann die obgenanten herren, gerichtsherrn und castenfaut?
Opel, Spittendorf
88, 21
(osächs.
, um 1480
): do seyne gnade den irrethum umb die bornmeyster biegelegt hette.
v. Birken. Erzh. Österreich
72, 5
(Nürnb.
1668
): Jch bin kommen / unsere Spaͤne und Jrrungen […] mit Worten beyzulegen.
Opel, a. a. O.
90, 35
; Schwartzenbach
B iijr
; Preuss. Wb. (Z)
1, 493
; Dief./Wü.
508
; Rwb
1, 1469
.‒
Vgl. ferner s. v. anhalten
5.