beibringen,
(md. auch:)
beibrengen,
V.,
unr.1.
›etw. herbeibringen, herbeitragen; jm. etw. zustecken; etw. (z. B. Segel) aufziehen, hissen‹.Bedeutungsverwandte:
adduzieren
herfürbringen
herzubringen
zufüren
zustecken
hervorbringen
Belegblock:
Lappenberg, Fleming. Ged.
481, 45, 12
(1636
): Greift frisch die Remen an, bringt alle Segel bei!
Rosenthal. Bedencken
28, 28
(Köln
1653
): haltet dem Herrn ewerm Gott / alle die jhr vmb jhn her Gaaben beybringet.
Rot
286
(Augsb.
1571
): Adducirn, bey bringen / zufuͤren / herfür bringen.
Henisch
255
(Augsb.
1616
): Beibringen / Herzu bringen […]. Beibracht Gelt. […]. Beibringen / zustecken. Einem ein Wehr heimlich beibringen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
67
.2.
›etw. vorlegen‹; im einzelnen: ›jn. zitieren, etw. vortragen, vorbringen‹; offen zu 3.Bedeutungsverwandte:
darbringen
verzälen
Syntagmen:
etw
. (z. B. formalia, lere worte, einrede / meinung / schrift, unerbares
) b., etw. mündlich / schriftlich b
.Belegblock:
Rosenthal. Bedencken
13, 16
(Köln
1653
): die Schrifft welche Augustinus beybringt / sey nit zu verstehen wie Augustinus will.
Köbler, Ref. Wormbs
71, 18
(Worms
1499
): soll auch der appellatus […] formalia der appellacion zu gründung der Jurisdiction […] bybringẽ.
Ders., Ref. Franckenfort
24, 9
(Mainz
1509
): Dann so die Posiciones durch den antwurter bekant werden / ist alßdañ dem Cleger on not die bey zubrengen.
Heidegger. Mythoscopia
8, 12
(Zürich
1698
): Es wurde […] unserm Zweck sehr sauͤmlich fallen / wann alles beygebracht werden muͤste / was dißfahl ab Mechanischen Kuͤnsten geklaget worden.
Chron. Köln
2, 3v, 34
; Köbler, Ref. Franckenfort
21, 5
; Rwb
1, 1459
; Preuss. Wb. (Z)
1, 487
; Schweiz. Id.
5, 730
.‒
Vgl. ferner s. v. ausherten
.3.
›etw. als wahr nachweisen, etw. beweisen‹.Bedeutungsverwandte:
bekunden
belegen
bescheinen
beweisen
1
bezeugen
dartun
erweisen
Gegensätze:
erdichten
Syntagmen:
den irtum / wandel, die gerechtigkeit / klage / notwer / schmach / ursache / verdächtlichkeit, die verdienste e. P. b., b., das […], etw. durch scribenten, durch beweis / urkunde, mit gesundem verstand der geschrift, mit rechten, mit einer beweisung, im rechten b., etw. mit dreien
[drei Zeugen] b
.; ein urteil auf b
. (subst.) fürtragen
; genugsames b
.Belegblock:
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 553, 6
(rib.
, 1396
): dat ich noch wale wijsen ind bibrengen woulde mit drin of mit vieren.
Dat nuwe Boych
437, 17
(rib.
, 1396
): want he dat vur deme Rade na der hant nyet bybrengen noch bewijsen en kunde.
Rosenthal. Bedencken
43, 23
(Köln
1653
): er glaube was jhm entweder durch Canonische Scribenten / oder glaublichen Beweiß wirdt beybracht.
Köbler, Ref. Wormbs
137, 3
(Worms
1499
): Wo auch ein vrteil vngewisse die nit vff Briefe oder Instrument vnd bybringen im gerichtshandel fürgetragen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
161, 21
(thür.
, 1474
): Jacuff Knoche […] butit solliche notwere byzcubrengen so hoch, als ym rechtis erkant wert.
Luther. Hl. Schrifft.
Apg. 24, 13
(Wittenb.
1545
): Auch haben sie mich nicht funden im Tempel mit jemand reden / oder eine Auffrhur machen im Volck / […]. Sie können mir auch nicht beybringen / des sie mich verklagen.
Göz. Leichabd.
240, 20
(Jena
1664
): obberuͤhrten Zweifels eine und andere Ursach beizubringen.
Merk, Stadtr. Neuenb.
67, 38
(nalem.
, 1462
): die wile uf die clage dhein gnůgsam bibringen vor úns in dem rechten bescheen.
Köbler, Stattr. Fryburg
44, 9
(Basel
1520
): Welcher sin verdechtlicheit nit bybringt.
Henisch
255
(Augsb.
1616
): Ich kan es beibringen vnd darthun.
Meisen u. a., J. Eck
60, 21
(Ingolst.
1527
): bin ich urbittig, sein irthumb […] beyzůbringen vor den […] steenden des punts.
Turmair
4, 1065, 5
(moobd.
, 1522
/33
): kunt der cleger die clag mit wârhait nit beibringen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
338, 34
(m/soobd.
, 16. Jh.
): Welcher ainem an seinen eren schilt und verleimbt und nicht beibringen oder beweisen kan.
Grosch u. a., a. a. O.
144, 2
; 214, 25
; 310, 12
; 318, 25
; v. Birken. Erzh. Österreich
77, 55
; Merk, a. a. O.
65, 28
; 66, 4
; Köbler, Stattr. Fryburg
199, 22
; Serranus
29r
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
67
; Dietz, Wb. Luther
1, 238
; Rwb
1, 1459
; Preuss. Wb. (Z)
1, 487
; Schweiz. Id.
5, 730
; Öst. Wb.
3, 969
.4.
›jm. etw. konkret, körperlich einflößen, jm. etw. zufügen; jm. etw. aufdringen, aufschwatzen, auferlegen‹; nur vereinzelt von positiv Bewertetem, dann: ›jm. etw. angedeihen lassen‹.Belegblock:
Boon, St. Prätorius
42, 1
(Ülzen
1579
): das man nur den segen Gottes / vnd gute Wahr selbs nicht offt verfelschte […] / vnd sie hernach durch list […] guten Freunden beybrechte.
Chron. Köln
2, 2r, 38
(rib.
, 1499
): mencherley kunsten dye eynem vernoemden vnd verstendigen Burger ere vnd zierheyt bybryngen.
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 4, 32
([Leipzig
1521
]): das du den holtz weg hinauß gehen / vnns Teutschen die lang vordampte ketzerey Joannis Hussen / ouch gern beybringen / vnd eyn alt erloschẽ fewr widerũb auß der aschen außtrechen woltest.
Mathesius, Passionale
53v, 6
(Leipzig
1587
): das vns der Sathan […] solche grewliche tieffe wunden vnnd scheden vnserm gemuͤthe vnnd leibe / geschlagen vnd beygebracht hat.
Opitz. Poeterey
40, 20
(Breslau
1624
): wilt du vnns gifft beybringen.
Mayer, Folz. Meisterl.
9, 52
(nobd.
, v. 1496
): Der das gespey | Der libkosung | Und spotters zung | Ym so lest pringen pey.
Dietz, Wb. Luther
1, 238/9
; Rwb
1, 1459
; Preuss. Wb. (Z)
1, 487
.5.
›(jn.) etw. lehren‹.Belegblock:
Chron. Köln
2, 3v, 21
(rib.
, 1499
): wat nutzlicheyt die bekentnisse der historien bybringet.
Göz. Leichabd.
273, 20
(Jena
1664
): die selzame Gabe / seine Wissenschafft andern anmuhtig und ohne Verdruß bei zubringen und mitzutheilen.
Heidegger. Mythoscopia
71, 13
(Zürich
1698
): an statt Wissenschafft beyzubringen scharren sie etwas zusamen / das schlimmer ist als jede Ohnwissenheit.
Heidegger. a. a. O.
76, 20
; Henisch
255
.