behauren,
V.;
zu
mhd.
behûren
›knicken‹
(Lexer
), nhd. 1, 157
(-)hauern
(Dwb
).4, 2, 582
– Obd.
1.
›jn. fangen, einfangen, gefangennehmen; jn. gerichtlich als Gefangenen bewachen, beaufsichtigen, festhalten, jn. gefangenhalten‹.Rechtstexte.
Belegblock:
Hampe, Nürnb. Ratsverl.
2, 247, 38
(nobd.
, 1595
): gedachten Königsmüller inn der canzley zu redt zu halten undt, biß sein sag widerkompt, vor der canzlei behaurren zu lassen.
Winter, Nöst. Weist.
3, 510, 16
(moobd.
, um 1340
): wïrt ainer erslagen […] und wïrt der schuldig flüchtig und chümpt in eins purger haus, den schol der lantrichter behawern vor dem haus.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
54, 33
(m/soobd.
, 16. Jh.
): auf welches herren grunt er [ain mörder] behauret wurt.
Ebd.
302, 33
: der landrichter hat in dem ambt […] nicht zu greifen noch zu pehauern noch zu vodern noch zu richten.
Ebd.
309, 22
(15. Jh.
): so ein soliche person in unsern gericht dan behauert und zu recht vergwist wurt.
Hampe, a. a. O.
2, 291, 16
; Winter, a. a. O.
1, 1056, 9
; Bischoff u. a., a. a. O.
66, 29
.2.
›jn. einschließen, belagern, bedrängen‹.Belegblock:
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
158, 29
(oobd.
, 3. Dr. 15. Jh.
): sy […] khamen in der flucht zu dem gschloss Grueb; darinn behawrt sich der kunig.
Ebd.
193, 16
: Wan in solicher zeit sterckt sich kunig Albrecht […] mit volck und belegt die stat Stuelweissenburg und behawert, die darin waren.
Moscouia
B 4r, 22
(Wien
1557
): Nach eroberung KHIOW hat Wolodimer sich für RHODEN gelegert / vnd seinen bruͤeder lang behaurt.
Grossmann, a. a. O.
193, 30
.3.
›jn. überwältigen, besiegen; jn. schädigen, verletzen‹.Älteres und mittleres Frnhd.; Verstexte religiösen und didaktischen Inhalts.
Belegblock:
Pyritz, Minneburg Prolog III,
1
(nobd.
, Hs. um 1400
): Syt mynne leit so gentzlich kan behůren.
Mayer, Folz. Meisterl.
86, 51
(nobd.
, 1517
/8
): Das eüch nit müg behawren | Der helisch trach mit seinem list.
Koppitz, Trojanerkr.
24554
(Hs. ˹noschweiz.
, 15. Jh.
˺): Hertzen sendes trurren | Begonde da behurren | Baide man unde wib.
Niewöhner, Teichner
515, 15
(Hs. ˹oschwäb.
1368
˺): als ain fůchs dem hůn nach schlicht, | also kan er [wůchrer] die luͤt behuͤren.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
37, 116
(oobd.
, 3. Dr. 14. Jh.
): darumb durch gotes willen traur, | das dich ir [werltliche freud] süsshait icht behaur.
Schweiz. Id.
2, 1582
.