befelung,
die
.1.
›von einer befugten Person erteilter Auftrag, Anordnung, Befehl‹; zu
1
befelen
2.Bedeutungsverwandte:
geheis
macht
Syntagmen:
etw. nach einer b. ausrichten
; ernstliche / keiserliche / königliche b
.; b. der amptleute, des fürsten / herren, der frauen
.Belegblock:
Burkhardt, UB Arnstadt
249, 28
(thür.
, 1432
): syner koniglichen bevelunge wegin, wirt zcu uch allen gesand der […] feste Thomas.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
254, 34
(thür.
, 1474
): Hath Nigkel Voit von befelunge der amechlute […] gerechent, wyviel hoffestete zcu Possegke sint.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
15, 2
(schles.
, 1398
): von sunderlicher beuelunge des Allerdurchluchsten fursten.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
440, 11
(nobd.
, n. 1525
): ir wöllet das bulfer […] gein Wurzburg gefurt zu werden verfugen und sich hierinn gutwillig on befilhung erweysen.
Rwb
1, 1382
.2.
›vertrauensvolle Anheimstellung seiner selbst an eine religiöse Macht‹; vgl.
1
befelen
3.Belegblock:
Eschenloher. Medicus
31, 9
(Augsb.
1678
): Kaum hatte er dise seine Befehlung gethan / da hat sich […] der Leibfluß gestellt.
3.
›e. P. gegebene Vollmacht‹; metonymisch: ›Text der Vollmacht‹; ›die Vollmacht enthaltendes Schreiben‹; vgl.
1
befelen
4.Belegblock:
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
12236
(rib.
, 1444
): De ander bevelinge lesen ich nu vort, | Sij en haint nyet beide gelijche wort.
Ebd.
12274
: Do ich dese bevelinge beide gelesen | Ind besien hadde.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
5171
(rhfrk.
, um 1405
): Des geben wir dir gantze macht | Und befelhonge in unser acht.
Meijboom, a. a. O.
12146
; Bömer, a. a. O.
5092
; Preuss. Wb. (Z)
1, 458
.4.
›Aushändigung, Anvertrauung eines Sachgegenstandes oder Amtes zu angemessener Behandlung‹; dazu konversosem: ›Verfügung e. P. über die ihr anvertraute Sache‹; vgl.
1
befelen
6.Syntagmen:
e. S.
(z. B. des pfundzollens
) keine b. haben
; etw
. (z. B. einen brief
) in b. haben
, jm. etw
. (z. B. die kirche
) in b. geben
; b. des gewandes / pferdes
(jeweils Gen.obj.), b. des gebetes / gerichtes / landes, der stat
(gen. subj.), b. zu treuer hand
.Belegblock:
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 4
(Thorn
1584
): Von beuelunge gewandis eyme snyder. vnd von vormyttunge pferdis.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
14, 39
(schles.
, 1395
): Schreiber, der desen keginwortigen brieff hot gehabt in beuelunge.
Leman, a. a. O.
2, 5, 33
; Bindewald, a. a. O.
1, 16
; 5, 47
; 9, 25
; Dietz, Wb. Luther
1, 224
; Rwb
1, 1383
; Preuss. Wb. (Z)
1, 458
.