balmunden,
V.
1.
›jn. verleumden, diffamieren, sittlicher oder rechtlicher Normwidrigkeiten zeihen‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. abschneiden
äfern
afterkosen
angeben
anverliegen
Rechtstexte des älteren Frnhd.
Belegblock:
Große, Schwabensp.
154a, 23
(Hs. ˹nd.
/md.
, um 1410
˺): Zwer vnreyͤnet sine mere? de mit Rede eynen balmůndet, So daz se en vnseget von siner Crüstenheit, Also daz se ihent, er se ein Sodomet [...], mach man se irzůgen, man sol se Radebraken.
Brinckmeier
1, 249
.2.
›jn. als ungetreuen Vormund erklären und ihn dadurch seiner Vormundschaft entsetzen‹ (letzteres Synekdoche zu ersterem); vgl.
balmund
.Belegblock:
Große, Schwabensp.
73a, 12
(Hs. ˹nd.
/md.
, um 1410
˺): der richter sal in mit ortele valmvͦnden; daz ist also gesprochen: man sol ime vorteilen al vormůntschaft vnde alle vogetie, vnde daz her vorbaz niemannes voget moge sin noch plegere; dar nach sal der richtere der vrowen vormunt sin.
Ebd.
78a, 31
: wert her obers, daz her in vbele habe getan, man sol in balmunden, daz he nimmer mer vormunder noch voghet moge werden.
Piirainen, Stadtr. Sillein
153a, 1
; Scherzius
86
; Brinckmeier
1, 249
; Schwäb. Wb.
1, 598
.