aussaufen,
V., unr. abl.
›(den Inhalt eines Gefäßes, mit verschobener Bezugsgröße: das Gefäß) gierig, unkultiviert austrinken, leersaufen‹; in mannigfacher Weise ütr., z. B.: ›(den Tod) überwinden‹; ›etw. versehren‹; ›jn. physisch vernichten‹;
zu
saufen
(V., unr. abl.) 1.Phraseme:
die grundsuppen aussaufen
›die bösen Folgen von etw. tragen‹.Bedeutungsverwandte:
saufen
trinken
austrinken
Syntagmen:
das bier, den wein / trank
, (verschoben:) ein fas / mas / fuder most, die bach / schale a.
, (ütr.:) das mark, den tod, den haufen der christen, Juda a.
; ane verschnaufen a.
Belegblock:
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
14862
(omd.
, 1338
): der elyphant [...] | Uz sufet eyne gantze bach.
Luther, WA
21, 24, 4
(1528
): Diese forcht, [...] ist so gros und hefftig, das sie auch ausseufft das marck aus den beynen, und schoͤpffet aus alle macht und safft.
Ebd.
49, 35, 3
(1540
): Alii werden das hellisch fewer in der helle lecken und die grundsuppen aussauffen.
Ders. Hl. Schrifft.
Spr. 23, 30
(Wittenb.
1545
): wo sind rote Augen? Nemlich wo man beim Wein ligt / Vnd kompt auszusauffen was ein geschenckt ist.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 709, 44
(Nürnb.
1631
): die lign im Sauß, | [...], | Sauffen gantz Maß in eim Zug auß, | Ein halben Ochsen fressen.
Goldammer, Paracelsus.
7, 163, 19
(um 1530
): so der glaub verkündet würde von bischofen ec, pfaffen, münchen ec mit solchem ernst, als die den wein aussaufen und der huren warten, es wer lang kein Türk mehr.
Maaler
45r
; Apherdianus
88
; Dietz, Wb. Luther
1, 182
; Preuss. Wb. (Z)
1, 324
; Schweiz. Id.
7, 352
.