ausländer
(vereinzelt),
auslender
(meist), der
;-/-Ø.
1.
›Person aus einem (vom Bezugsraum aus gesehen) anderen Rechtsgebiet (darunter z. B. aus einem Dorf), aus einer anderen Region, aus einem anderen Volk oder Land, Fremder; Ausländer‹; vereinzelt: ›Pilger‹; zu
ausland
.Bedeutungsverwandte:
fremde
fremdling
gast
pilger
ausländischer
auswendiger
auswendig
Gegensätze:
1
bürger
einländer
einwoner
gesessene
gesessen
hiesige
Syntagmen:
einen a. mit etw.
(z. B. bösen taten
) bezichtigen, eine ausländerin heiraten
; a.
(Subj.) zu etw. geschikt
(›geeignet‹) sein, etw. schuldig sein, etw. verkaufen, recht wollen, mit tüchern herkommen, auf das eigen kommen, innerhalb der statmauern arbeiten, gebauer werden, in ein gericht gehören
; jn. a. heissen
; einem a. etw. verleihen / geben / verkaufen
; als a. dienen / etw. erlangen
; etw. bei den a.
(›in den Nachbardörfern‹) sammeln, etw. an dem a. ersehen
(›in jm. etw. sehen, jn. hochschätzen‹); mit einem a. geselschaft haben
; a. von Rom
; fremder a
.Wortbildungen:
ausländerin.
Belegblock:
Lohmeyer, K. v. Nostitz
121, 7
(preuß.
, 1578
): wen den ein außlender geschigkter darzu were den ein Preuße.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 8, 10
(schles.
, 1529
): wir [...] allen und iczlichen ein- und auslendern auskundigen vorleihen und geben.
Heidegger. Mythoscopia
48, 17
(Zürich
1698
): wie die Juden mit Außlaͤnderinnen / die sie heurathen wollen.
Wolf, Norm im sp. Ma.
45, 43
(schwäb.
, 15.
/16. Jh.
): Die brüder sollent [...] ‚alß die billger und alß die ußlender‘ [...] dienen in diser welt.
Rot
337
(Augsb.
1571
): Peregrin, Ein frembdling / wandrer / gast / auß lender.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 225, 11
(schwäb.
, 1618
): So einer ein frembden ußlender oder derselben haab und güetern alhie zue Öffingen uf recht anfallen und verhaften wöllt.
Roth, E. v. Wildenberg
14, 18
(moobd.
, v. 1493
): erlangt er [Herodes] das [Land] wider von den Römern als ein auslender.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
326, 33
(m/soobd.
, 17. Jh.
): alle außlender, als Schotten und Fläming, und andere solliche kramer seint dem lantrichter ain besonder ehrung schuldig.
Mollay, Ofner Stadtr.
420, 3
(ung. inseldt.
, 1. H. 15. Jh.
): Parchant vnnd Golcz sullen auch weder vonn ausLendern Nach von nÿder Lendern vͤntter sechs stucken nicht verkauft werden.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
451
; Weise. Jugend-Lust
142, 24
; Bell, G. Hager
33, 3, 10
; Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 371, 5
; Chron. Augsb.
4, 228, 9
; Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 49, 28
; 341, 18
; Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
196, 35
; Karnein, de amore dt.
224, 59
; Straus, Juden Regensb.
979, 33
; Bischoff u. a., a. a. O.
13, 6
; 109, 36
; Mollay, a. a. O.
407, 3
; Dietz, Wb. Luther
1, 172
; Preuss. Wb. (Z)
1, 311
; Pfälz. Wb.
1, 455
; Rwb
1, 1048
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 412
.2.
›Henker, Scharfrichter‹; zu ausländen
2; Gelegenheitsbildung bei Geiler.Bedeutungsverwandte:
vgl. angstman
Belegblock:
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
388
(a. 1517
); Rwb
1, 1049
.