ausbürgen,
ausburgen
(erstere Schreibung etwas häufiger),
V.
1.
›eine Kaution für jn. (auch: sich) hinterlegen, für jn. bürgen und ihn dadurch aus der Haft auslösen‹;
zu
burgen
 1; 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
freien
,
2
lösen
 4; vgl.
ausbürgeln
,
auslösen
 3.
Syntagmen:
jn. gegen jn. a., jn. um
[einen Betrag]
a., sich bei seinem eigen a
;
sich um
[einen Betrag]
a
.
Wortbildungen:
ausbürgung
1.

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw.
115, 11
(
wmd.
,
um 1440
):
burgete er sich uß von den Hussen und kam gon Brunne.
Reu, Süddt. Kat.
1, 679, 19
(
Frankf.
1572
):
sollen wir jn retten, vertheidigen, schützen, lösen, außbürgen, vor Leibs schaden verhüten.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
180, 28
(
thür.
,
1474
):
der danne von herczog Wilhelms amptluten uff wedderstellin uff zcyt [...] ußgeburget ist.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
746, 7
(
osächs.
,
1523
/
4
):
baten wir die burger, das sie den gefangen man auspurgten gegen dem hauptman.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
615, 32
(
nobd.
,
um 1525
):
Mertein Beck von Plobenweiler, ist außgepürgt worden umb hundert gulden.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2681
(
schwäb.
,
1453
):
Wes hettent ir nit ain gesprech | Das man den schalk hett ußgebürgt?
Chron. Augsb.
8, 80, 17
(
schwäb.
, zu
1560
):
Six Rawwolf ist in die Eisen gelegt, doch am andern tag widerumb ausgebürgt worden.
Barack, Zim. Chron.
1, 286, 21
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Als nun diser unrüebig grave wider zu Montpelgart usspurget und wider ledig worden.
Winter, Nöst. Weist.
3, 844, 3
(
moobd.
,
1625
):
so mag solichen [...] ain haußgenoß außborgen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
136, 1, 4
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
hoͤrt welch man den andern auͤz burget binnem wichilde vor gerichte wider czu stellen czu eynem tage.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
27, 5
(
mslow. inseldt.
,
1507
):
hat Maximilian dieśe Bürgen eingeśtelt. welche ihn haben auśge Pürgt.
Kisch, a. a. O.
118, 4
;
742, 1
;
Welti, Urk. Rheinfelden
452, 6
;
Unger, Richtes Stig
67, 15
;
Chron. Augsb.
4, 464, 7
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
30, 25
;
Barack, a. a. O.
2, 297, 3
;
Winter, a. a. O.
2, 1062, 11
;
4, 48, 9
;
Brinckmeier
1, 207
;
Rwb
1, 1001
;
Crecelius
1, 67
;
Dief./Wü.
119
;
Haltaus
73
;
Scherzius
73
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 290
;
Schwäb. Wb.
1, 460
;
Schweiz. Id.
4, 1589
;
Öst. Wb.
3, 1439
.
2.
›etw. (z. B. beschlagnahmtes Gut, Beute o. ä.) gegen Leistung einer Sicherheit oder durch Bezahlung auslösen, freikaufen‹.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 260, 34
(
schles.
,
1528
):
So auch iemand etwas in kumer oder verbot bringt und der, dem das verbot gescheen ist, solchs verkumert gut wollte mit burgen zu gerecht ausburgen.
Chron. Nürnb.
2, 156, 12
(
nobd.
,
1449
):
namen daz vihe daselbst, und die von Begnitz bürgten daz vihe wider aus umb 200 gulden.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 142, 18
;
Haltaus
73
;
Rwb
1, 1001
.
3.
›etw. aus-, herleihen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
ausborgen
 2.

Belegblock:

Öst. Wb.
3, 1439
(a.
1699
).