aufstrecken,
V.
1.
›etw. emporheben, emporrichten, emporstrecken‹; speziell von den Fingern in Zusammenhang mit der Eidesleistung und von den Händen in Demuts- und Bitthaltung gesagt; von Pflanzen: ›emporwachsen‹; zu
strecken
1.Bedeutungsverwandte:
vgl. aufheben
Syntagmen:
das seil, die hand / stirn, den kopf a.
; staude sich a.
; aufgestrekte finger / hände.
Belegblock:
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 193, 18
(Köln
1582
): Die Moren werden in der eil, | [...] | Zuͦ Got anlauffen wolgemuͦt, | Mit auffgestreckten henden guͦt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
363, 10
(oobd.
, 1349
/50
): daz ist [...] ain staud, diu sich gerihts aufstreckt sam ain gert.
Rwb
1, 958
; Schwäb. Wb.
1, 426
; Schweiz. Id.
11, 2166
f.2.
›jn. strecken, foltern‹; zu
strecken
2.Bedeutungsverwandte:
vgl. aufdenen
Belegblock:
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
3976
(˹wohl Straßb.
˺ 1509
): Do er bey beyden bischoͤffen was | Vnd man den doctor strecket vff, | Do legt er einen finger vff | Sein beyde lefftzen.
Rwb
1, 958
.