aufspannen,
V.,
in der Mehrzahl der diesbezüglich interpretierbaren Belege unr. abl.; im Part. Prät. auch regelmäßig.1.
›etw. durch Auseinanderziehen, Dehnen ausspannen, etw. spannend befestigen, etw. aufspannen‹; ütr.: ›etw. hinauszögern‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. aufsperren
aufspreiten
aufhalten
Syntagmen:
das garn / (ge)zelt / tuch, die fane / hand / haut a.
Belegblock:
Luther. Hl. Schrifft.
Hes. 26, 5
(Wittenb.
1545
): [ich] wil einen blossen fels aus jr machen / vnd zu einem Wehrd im meer / darauff man die fisschgarn auffspannet.
Mayer, Folz. Meisterl.
60, 36
(nobd.
, um 1480
): Dem wart gespannet auff daz zellt.
Päpke, Marienl. Wernher
9982
(halem.
, v. 1382
): Do wart zem erst sin lingú hant | Mit ainem nagel uf gespant.
Rieder, St. Georg. Pred.
123, 21
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): daz sin gezelt alles was von golde, und warent dú sail sidin da mit man es uf spien.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 71, 2
(Straßb.
1466
): in die mit des gezeldes das auffgespannen hette dauid.
Goldammer, Paracelsus.
4, 292, 6
(1530
): es wird nit vil barmherzigkeit do sein werden, nit vil verzugs noch aufspannen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
269, 15
(oobd.
, 1349
/50
): sein [track] flügel sint häutein, reht als ain grôzeu haut auf gespannen sei in der weis sam diu fledermaus flügel hât.
Maaler
36v
; Schwäb. Wb.
1, 421
; Schweiz. Id.
10, 261
.2.
›etw. durch Anziehen spannen‹; ütr. die kräfte a.
›die Kräfte auf etw. hinrichten, auf etw. hin ausrichten, konzentrieren‹.Belegblock:
Vetter, Pred. Taulers
233, 23
(els.
, Hs. 1359
): als alle des menschen krefte stont uf gespannen nach Gotte.
Ebd.
349, 34
: alle die krefte uf spannen, als der einen bogen harte spannet als er verre schiessen wil.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
11, 11
(tir.
, 1464
): si spienen auf ire pögen wider in [...] vnd lëgten darauf die geschös des todes.
Maaler
36v
; Hulsius
Q iijr
.