auffart,
die
;
, auch
-e
+ Uml./–.
1.
›Fahrt (mit dem Schiff) stromaufwärts‹;
zu
auffaren
 1.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
7698
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz er genzlîch wolde | tûn den brûdrin vorspart | beide ûfvart und nidirvart | zu schiffe ûf dem wâge.
Fuchs, Kart. Aggsbach
259, 18
(
moobd.
,
1419
):
das der naufart und der auffart der Tunaw nicht schaden seÿ.
2.
›Aufstieg, Aufgang zur Almweide‹;
zu
auffaren
 2.
Bedeutungsverwandte:
besatzung
; vgl.
alpfart
 1,
alprur
.
Gegensätze:
vgl.
abfart
 4.
Syntagmen:
den 5. tag meimonats zur a. setzen
;
streit wegen zu früher a.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
37, 19
(
m/soobd.
,
1508
):
Es sol auch dhainer dem andern dhaines schadens nicht zuesehen, es sei von wilden waidleutn auffart, infart.
Rwb
1, 863
;
Schweiz. Id.
1, 1031
.
3.
selten: ›Aufzug auf ein Gut, Inbesitznahme eines Gutes‹;
dazu in der Regel metonymisch: ›beim Aufzug auf ein Gut zu zahlende Gebühr‹; zu
auffaren
 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
anleite
 1; zur Metonymie:
auffal
 3,
auffartgeld
,
auffartzins
.
Gegensätze:
vgl.
abfart
 2; zur Metonymie: vgl.
abfart
 3,
aufleite
.

Belegblock:

Bindewald, Texte schles. Kanzl.
44, 13, 3
(
schles.
,
1385
):
als dye man czum Nuwenmarkte in dem lande begnot syn von der hirschaft, so sal keyn man uffart noch abefart geben.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 594, 29
(
schwäb.
,
1588
):
Es gibt auch ain yedes hauß, so oft es von ainer hand zu der andern kombt, 5 ₰ hlr ab- und sovil auffart.
Winter, Nöst. Weist.
1, 49, 10
(
moobd.
,
17. Jh.
):
so ist er nur halbe ablait schuldig zu geben, und der aufzeucht die auffarth deß halben dienst.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
511, 9
(
m/soobd.
,
1515
):
aber von ainem stuck gibt man zu auffart 12 ₰ und zu abfart auch so vil.
Rwb
1, 863
;
Schwäb. Wb.
1, 375
.
4.
›Aufzug, Eintritt eines Beamten‹.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 375
(a.
1338
); Beleg unsicher; vgl.
auffaren
 3.
5.
›Recht auf eine gerichtliche Berufung bei einem Oberhof‹.

Belegblock:

Koeniger, Sendgerichte
290, 28
(
mosfrk.
,
1641
):
dass sieben pfarkirchen dero recht bey der pfaren Steinsel als oberhof zu suchen und zu nehmen schuldig [...], denen sie recht sprechen und mitteilen mussen, und dass yetzgenante doerfer keine andere auffahrt haben.
6.
›Himmelfahrt (Christi)‹, sehr vereinzelt auch ›Himmelfahrt Mariae oder anderer Personen‹;
zu
auffaren
 4.
Bedeutungsverwandte:
himmelfart
; vgl.
assumptio
,
auffartung
.
Syntagmen:
die a. machen / künden / halten
;
a. geschehen nach urständen
;
der a. beiten
;
von der a. sprechen
;
a. Christi / des herren
(jeweils mehrmals)
/ gottes / unserer frauen / der säligen menschen, a. in die himmel, zum ewigen leben, freie / wonnigliche a., dreier hande a.
;
abend / tag / fest der a., auslegung der a.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
17258
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Doch wart bescheiden die zit | Von Cristes ufverte sit | Der cristenheit biz an den tac.
Froning, Alsf. Passionssp.
7881
(
ohess.
,
1501ff.
):
Der herr hoit in die wolcken zcart | gemacht sine uffart.
Feudel, Evangelistar
97, 7
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
An dem heilegen abinde der uffart schribit sente Johannes.
Mayer, Folz. Meisterl.
11, 69
(
nobd.
,
v. 1496
):
[sie] Namen zu sin | Das wundersam groß schallen | und mangfeltigen susßen than | In ir [Maria] freyen auffarte.
Rieder, St. Georg. Pred.
288, 4
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Nu merkent von drier hand uffart. dú aine ist únsers herren; dú ander únser vrowen; dú dritte ist ains ieglichen saͤlgen mentschen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 62
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
wein aus wasser in sex krügen, | urstend, aufvart, gaist gesant.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1980, 216
:
Ob die aufuart zuhant nach der urstend geschehen sey.
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl.
24, 18
(
moobd.
,
um 1385
):
So habent ettleich ander gechundet sein marter, und sein uͤrstend, und sein auffart in dye himel.
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 132
;
Gerhard, Hist. alde e
6098
;
Hübner, Buch Daniel
4468
;
Gille u. a., M. Beheim
117b, 74
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 262, 6
;
2, 395, 76
;
Vetter, Pred. Taulers
76, 4
;
125, 13
;
Adrian, Saelden Hort
10259
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2839
;
2975
;
3080
;
4343
;
Päpke, Marienl. Wernher
2098
;
12404
;
Rieder, a. a. O.
68, 14
;
Chron. Augsb.
6, 59, 18
;
Eschenloher. Medicus
14, 24
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 70
;
Buijssen, Dur. Rat.
8, 29
;
Turmair
4, 763, 30
;
A. à S. Clara. Glori
46, 16
;
Dietz, Wb. Luther
1, 128
;
Bad. Wb.
1, 80
;
Schwäb. Wb.
1, 375
;
Schweiz. Id.
1, 1029-1031
(hier umfängliche volkskundliche Information);
Goertz, Liturgie.
1977, 372
.
7.
›Himmelfahrtstag‹; Metonymie zu 6.
Bedeutungsverwandte:
nontag
(Erläuterungen dazu bei
Goertz, s. u.
); vgl.
auffarttag
.

Belegblock:

Chron. Augsb.
4, 343, 29
(
schwäb.
,
v. 1536
):
Am achteten unsers herrn auffart hat man herr Anthoni Fugger wider für ainen rat gefodert.
Koller, Ref. Siegmunds
333, 20
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
zu Preßbürg auff der auffart am morgen.
Ebd.
163, 34
;
Goertz, Liturgie.
1977, 225
.
8.
›Rechtläufigkeitsstrecke einer Planetenbahn‹; „‘rechtläufig’ ist die Bezeichnung für die Bewegung eines Planeten, wenn dieser Planet vom zweiten Stillstandspunkt [...] zum ersten, d. h. von West nach Ost wandert“ (so das Glossar von
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
113
).

Belegblock:

Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
58, 4
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Aber der ober pog des uͤberkraizs [...] haizzet deu aufvart oder deu aufrihtung.
Ebd.
58, 10
:
Aber wir geben dem monen niht setzze noch aufvert noch hindergenge.