akust,
die
;zu
mhd.
âkust
›Tücke‹
(Lexer
; 1, 32
BMZ
).1, 827
– Zunehmend seltener Gebrauch, im beginnenden 16. Jh. auslaufend.
1.
›Arglist, Tücke, Hinterlist, Böswilligkeit, Spitzfindigkeit‹.Häufig im Alem. belegt.
Bedeutungsverwandte:
arglist
abkust
Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
605
(nrddt.
, 14. Jh.
): Judas mit akusten | gruzt en unde kust en.
Päpke, Marienl. Wernher
5689
(halem.
, v. 1382
): Ǎn alle geværde | Was der zarte werde
[Jesus] |
Ǎne ankunst, ǎne loshait, | Ǎne alle widerwœrtekait. Adrian, Saelden Hort
529
(alem.
, Hss. E. 14.
/15. Jh.
): den slangen dur sin akust | hies er slichen uf der brust.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
497, 32
(halem.
, 1415
): da wider niemer ze tůnde, weder mit geistlichen noch weltlichen gerichten, noch mit keiner ander akust und geverde.
Ders., Gebiet Bern
310, 24
(halem.
, 1416
): soͤllent die vorgenanten [...] alle vier [...] in dem [...] bergwerke in gantzen gůten truͤwen sich bewerben âne alle vâr und akust.
Ders., Zivilr. Bern
97, 37
; Ders., Stadtr. Bern
158, 35
; Ders., Statut. Saanen
24, 23
; 25, 5
; 49, 25
; Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
194, 4
; 286, 23
; Panzer, Merlin Füetrers
170, 4
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
1, 8
; Rwb
1, 474
.2.
›sinnliche Begierde‹.Belegblock:
Hübner, Buch Daniel
7454
(omd.
, Hs. 14.
/A. 15. Jh.
): Da von quamen sie in lust, | Vleischlicher lıͤbe akust | Trugen sie kein der reinen
[Susanna].
Rieder, St. Georg. Pred.
275, 7
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): disú suͤssekait ist úber mentschlich kraft, und bi der gnade ist enkain flaischlich akust.