abtretung,
die
.
1.
›Abfall von etw./jm.‹;
zu
abtreten
 2; vgl.
abtreter
.
Bedeutungsverwandte:
abtrünnung
; vgl.
abtrit
 1.

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat. a IV v (
Nürnb.
1482
):
Abtrettung idẽ,
[nämlich wie:]
Abtrynnũg võ gutẽ dingẽ. od’ võ eim orden. apostosia.
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
33
;
Volkmar
97
.
2.
›Aufgabe von etw., Verzicht auf etw.; Übertragung von etw. (z. B. einer Erbschaft)‹;
zu
abtreten
 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
abtrit
 2.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
43, 23
(
thür.
,
1474
):
daz sy yme dye zcwenntczig schogk von stund nach der abetretunge gebin, [...] wollen.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
261, 17
(
1438
/
9
):
judenstewr [...], die [...] egenant Gaspar [...] und dornach mit williger abtretüng des egenanten Gaspars der edel Houpt von Bappenheim [...] besessen hat.
Zingerle, Inventare
75a, 21
(
tir.
,
1485
):
was weilent Hannsen von Kittlitz verlassen witib in abtrettung des sloss Numi Wolfgangen von Nidernthor [...] verlassen [...] hat.
Rintelen, B. Walther
54, 30
Var. (
moobd.
,
1552
/
58
):
nach Abtrettung der Erbschaft.
Schwartzenbach
A vr
;
Volkmar
97
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 211
.
3.
›Weggang von einer Stelle‹;
zu
abtreten
 4.
Bedeutungsverwandte:
abweichung
 1; vgl.
abtrit
 4,
abgang
 4 (erste Nuance).

Belegblock:

Maaler
7v
(
Zürich
1561
):
Abtraͤttung [die] Abweychung.
Rot
345
.
4.
›Verlassen eines Verhandlungsortes zum Zwecke der Beratung‹;
zu
abtreten
 7.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
abtrit
 6.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
3, 729, 21
Anm. (
moobd.
,
16. Jh.
):
Diße 2 puncten betreffen die abtrettung.
5.
›Niederlegung eines Amtes‹;
zu
abtreten
 9.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
abgang
 4 (zweite Nuance).

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
111, 9
(
m/soobd.
,
1603
):
der richter soll [...] vor seiner abtrettung der gmain [...] schuldige raitung thon.
Ebd.
170, 6
(
1680
):
vor abtretung seines ambts.
6.
›Verirrung‹;
zu
abtreten
 11.
Bedeutungsverwandte:
irrung
 6.

Belegblock:

Maaler
7v
(
Zürich
1561
):
Ein Abtraͤttung vom rechten waͤg / irrung. Aberratio.
7.
›Beschädigung (z. B. eines Dammes) durch dauerndes Betreten‹;
zu
abtreten
 15.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
abtrit
 7.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 70
.