abpflocken,
abpflücken,
V.
1.
›etw. (meist Obst) abpflücken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
abnemen
(V.) 18,
abschwicken
,
brocken
(V.) 2.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
31b
;
Pfälz. Wb.
1, 62
;
Dietz, Wb. Luther
1, 24a
(bildlich).
2.
›etw. abreißen, loszupfen, zerstören‹; alle eigenen Belege in bildlicher Verwendung.
Phraseme:
schweis und blut abpflocken
›jn. bis aufs Blut ausbeuten‹.
Bedeutungsverwandte:
abziehen
 8,
antasten
 8.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Vorr. Am.
231, 22
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
das underscheit der buchstaben hat man nicht bi den Latinen. gener bedutet sich der starce oder creftige, dirre bedutet sich der abgezogene oder der abgephlickete.
Chron. Köln
2, 337, 34
(
Köln
1499
):
dem gemeinen man afzoplucken sweis ind bloit.
Sachs
13, 392, 29
(
Nürnb.
1558
):
Wann die christen sindt all erschrocken | Wir wölln die zagheit in abpflocken
(S:
Wir wölln in die zeckn abpflocken
).
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
4, 248, 37
(
Straßb.
1466
):
er [tarant oder scorpius] sol aufhoͤren ab zůpflocken das heilig werck mit ir vergiftigen zungen
(Z-Sa:
abzůbecken
, K-Oa:
antasten
).