abdringen,
V., unr. abl.
1.
›jm. e. S. (z. B. Land) oder e. P. abnötigen, abzwingen, mit Gewalt entreißen‹; offen zu 2; vgl.
dringen
(V.) 5.Bedeutungsverwandte:
abgeizen
abgewältigen
abjagen
abnötigen
abstürmen
nemen
rauben
ab|erdringen
abnemen
abrauben
abzwingen
Syntagmen:
mit Dat. d. P. und Akk. d. S.; den lon / schlüssel, die behausung / feste / schrift, das land
(oft)/regiment / lehen / banner a.; das weib a.
Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
1758
(preuß.
, um 1330
/40
): waz sî heidenischir lant | hernâch mit strîtendir hant | den heidin abgedringin | mochtin unde betwingin.
Mayer, Folz. Meisterl.
23, 142
(nobd.
, v. 1496
): Von erst er [teufel] gern ab dringet | Sein lon.
Chron. Augsb.
7, 148, 2
(schwäb.
, 1548
): Dieweil dann die ungehorsam gemeind den geschlechten das regiment [...] abgetrungen und genötigt.
Schottenloher, Flugschrr.
44, 3
(Schweinfurt
1523
): Wo jme dan derhalb sein lehenherr di lehen abdruͤnge.
Chron. Magdeb.
2, 152, 3
; Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 196, 31
; Dinklage, Frk. Bauernweist.
28
; Luther, WA
30, 3, 147, 17
; 32, 376, 25
; Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
88, 34
; Chron. Augsb.
7, 396, 9
; 422, 23
; Ukena, Zuger Trag.
2855
; Maaler
8v
; Turmair
4, 650, 23
; Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
114, 35
; bei Ulner
86
; 145
und Schwartzenbach
A iiijr
stehen die Bedeutungen 1-3 zusammen.2.
mit verengerter Bed. im Anschluß an 1: ›etw. (z. B. eine Stadt) erobern, militärisch einnehmen‹; vgl.
dringen
(V.) 1.Syntagmen
mit Akk. d. S.: die stat, das haus, den markt a.
Belegblock:
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
109, 2
(oobd.
, 3. Dr. 15. Jh.
): die [...] drungen die stat Sannd Anndre aines morgens frwe ab.
Ebd.
24, 7
: all Steyrer [...] uberfuellen und abtrungen die stat Marpurgk.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 429a, 44
.3.
›jn. (von einer Tätigkeit, Aufgabe) wegdrängen, vertreiben‹; vgl.
dringen
(V.) 3.Belegblock:
Chron. Köln
2, 432, 20
(Köln
1499
): hadde he sich gereit, misse zo lesen, und was an dem elter: so drongen in die von Paris dan af.
Ermisch, Sächs. Bergr.
139, 16
(osächs.
1499
/1500
): Weme zu schmeltzen gestadt wirdet, der sall von niemants abegedrungen werden.
Winter, Nöst. Weist.
4, 198, 29
(moobd.
, 1414
): so habent se des recht das se in abdringen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 187, 4
; Rot
311
; Schwartzenbach
A vjv
; Schwäb. Wb.
1, 10
.4.
›(Gewässer) ableiten‹; vgl.
dringen
(V.) 9.Belegblock:
Wrede, Aköln. Sprachsch.
9b
.