hernieder,
Adv.
1.
Lokaladv. zum Ausdruck der Bewegungsrichtung einer Person / eines Gegenstandes / einer Erscheinung von einer höher gelegenen Bezugsgröße noch unten (selten zum Sprecherstandpunkt hin): ›herunter, nach (hier) unten; abwärts‹; oft: ›zu Boden, auf die Erde, in den Dreck (gelegentlich ütr. mit den Komponenten des Erniedrigens oder Zerstörens / Vernichtens)‹; speziell: ›ins Diesseits, (vom Himmel) auf die Erde‹;
vgl.
her
(Adv.) 1.
Bedeutungsverwandte:
zu tal
(s. v.
tal
 2); vgl.
abbas
,
ablängs
,
herab
 1,
hernieden
 2,
herunter
 1,
tale
.
Syntagmen:
h. gehen / lugen / plätschen / schauen / steigen / streben, von oben / vom himmel h. kommen, vom berg h. jagen, die sonne
(Subj.)
h. scheinen
;
die hand h. ziehen, jn. / etw. h. werfen / stürzen
;
den Rein h
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
606, 3159
(
Magdeb.
1608
):
Wenn man vom Berg hernider jagt.
Chron. Köln
1, 6, 17
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Der pais Cyriacus voir myt in her weder | alle den ryn ze dale her neder.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 154, 3
(
Köln
1582
):
Der Herr im himmels thron | Zuͦbricht vnd wirfft mit macht hernider | Die schoͤnen Cedern hin vnd wider, | Am hohen Libanon.
Strauch, Par. anime int.
32, 23
(
thür.
,
14. Jh.
):
Got hat so vile zu tune dort obine mit sinen geistlichen creaturen daz her nummir her nider geligite zu disin liplichin dingin.
Sermon Thauleri
4ra, 23
(
Leipzig
1498
):
do quam von oben her nyder von dem koniglichen stule yn mich ein vorborgen wort.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 16, 5
(
schles.
, Hs.
14. Jh.
):
daz wort sante er der meide sider: | da von so ziuch die hant hernider!
Sachs
3, 17, 4
(
Nürnb.
1530
):
kummest du so bald herwieder, | Das ich dich stürtzen soll ernieder?
Kehrein, a. a. O.
2, 708, 3
(
Nürnb.
1631
):
Der auff dem Dach steig nicht hernidr.
Päpke, Marienl. Wernher
6393
(
halem.
,
v. 1382
):
Und bin von hymel kun har nider | Dar umb das ich
[Jesus]
es bringe wider.
Chron. Augsb.
5, 296, 22
(
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
da man zalt 1447 jar, da wurfen die von Augspurg unser Frawen maur ernider mit gewalt, die hinder des leupriesters hauß ist.
Kehrein, a. a. O.
3, 29, 2
;
3, 139, 3
;
3, 142, 11
;
Gille u. a., M. Beheim
451, 9
;
Vetter, Pred. Taulers
102, 9
;
213, 29
;
330, 13
;
Sappler, H. Kaufringer
16, 619
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
49, 5
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 48
.
2.
Lokaladv. zum Ausdruck der Situierung einer Person / eines Gegenstands an einem unterhalb einer Bezugsgröße gelegenen Ort: ›hier unten‹;
vgl.
her
(Adv.) 4.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
hernieden
 1,
herunten
.

Belegblock:

Gerhardt, Meister v. Prag
85, 12
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
Sehet da reis sich des tempels vmbhang entzwey (zcu Ierusalem) von oben bis hernyder vnd die erd erpidemt.
Chron. Augsb.
8, 328,
Anm. 4 (
schwäb.
, zu
1547
):
auch waren fast in die fünfzig [...] weibspersonen [...], so hin und wider in der kirchen aufn bohrkirchen und hernider mit iren kinderlein [...] stunden.
Ebd.
7, 483, 15
(
schwäb.
, zu
1560
):
hernider macht er auch die schrancken auf.